Kessler Zwillinge: Ihr Plan für ein selbstbestimmtes Alter

Die berühmten Show-Zwillinge Alice und Ellen Kessler haben stets betont, ein selbstbestimmtes Leben führen zu wollen. Das schließt für sie auch eine klare Vorstellung vom Lebensabend ein, weshalb für die beiden ein Umzug in ein Pflegeheim nie infrage kam. Sie trafen stattdessen umfassende Vorkehrungen, um ihren Lebensabend in den eigenen vier Wänden verbringen zu können.

Die Gründe gegen ein Pflegeheim

Die Kessler-Zwillinge verbinden mit dem Begriff Pflegeheim vor allem den Verlust von Selbstständigkeit und persönlicher Freiheit. Für sie war die Vorstellung unerträglich, auf engem Raum mit fremden Menschen zu leben und sich einem festen Tagesablauf unterordnen zu müssen. Außerdem wollten sie unter allen Umständen vermeiden, hilflos am Tropf zu hängen oder zahlreiche Operationen über sich ergehen zu lassen, die ihre Lebensqualität nicht verbessern.

Ihre Entscheidung wurzelt tief in ihrem lebenslangen Streben nach Unabhängigkeit, das sich auch in ihrer Karriere und ihrem Privatleben widerspiegelt. Sie machten sich nie von einem Mann abhängig und trafen ihre Entscheidungen stets gemeinsam, aber eigenständig. Diese Haltung prägt folgerichtig auch ihre Vorsorge für das Alter, denn sie wollten bis zuletzt die Kontrolle über ihr Leben behalten.

Vorbereitungen für ein selbstbestimmtes Alter

Um ihre Unabhängigkeit zu wahren, trafen die Zwillinge frühzeitig konkrete Vorkehrungen. Sie leben seit vielen Jahren gemeinsam in einem Haus in einem Münchner Vorort, das ihnen sowohl Nähe als auch die nötige Distanz ermöglicht. Dadurch können sie sich gegenseitig im Alltag unterstützen und sind dennoch nicht allein.

Darüber hinaus haben Alice und Ellen Kessler auch finanzielle und rechtliche Angelegenheiten klar geregelt, um für den Fall der Pflegebedürftigkeit gewappnet zu sein. Sie sprachen offen über Themen wie Patientenverfügung und Sterbehilfe, da sie sich ein Ende in Würde wünschten. Diese umfassende Planung sollte sicherstellen, dass ihre Wünsche auch dann respektiert werden, wenn sie selbst nicht mehr entscheiden können.

Ein Leben in enger Verbundenheit

Die enge Bindung der Zwillinge war eine zentrale Stütze in ihrem Leben. Sie verbrachten fast ihr gesamtes Leben zusammen, was ihnen stets Halt und Sicherheit gab. Diese unzertrennliche Gemeinschaft war auch die Basis für ihre Entscheidung, im Alter füreinander zu sorgen und nicht auf externe Hilfe in einer Einrichtung angewiesen zu sein.

Ihre gemeinsame Lebensweise erlaubte es ihnen, auch im hohen Alter aktiv zu bleiben und sich gegenseitig zu motivieren. Die Vorstellung, im Alter getrennt zu werden, war für sie unvorstellbar. Deshalb war die Entscheidung gegen ein Pflegeheim auch ein Bekenntnis zu ihrer lebenslangen, unzertrennlichen Beziehung.