Deutschland investiert massiv in seine Sicherheit und baut einen neuen Schutzschirm gegen Raketenangriffe auf. Dafür hat der Haushaltsausschuss des Bundestags grünes Licht für den Kauf des israelischen Systems Arrow 3 gegeben. Dieses fortschrittliche Waffensystem soll die Bevölkerung vor Bedrohungen aus der Luft schützen, insbesondere vor Raketen, die Ziele in großer Höhe anfliegen.
So funktioniert das Raketenabwehrsystem Arrow 3
Arrow 3 ist ein sogenanntes Raketenabwehrsystem, das speziell für die Abwehr von Langstreckenraketen entwickelt wurde. Seine Hauptaufgabe besteht darin, feindliche Flugkörper weit außerhalb der Erdatmosphäre abzufangen und zu zerstören. Dadurch werden potenzielle Schäden am Boden verhindert, noch bevor die angreifende Rakete in die dichteren Luftschichten eintreten kann.
Das System arbeitet nach dem „Hit-to-Kill“-Prinzip. Das bedeutet, die Abfangrakete zerstört ihr Ziel durch die reine Wucht des direkten Aufpralls und nicht durch eine Sprengladung. Ein Radar mit sehr hoher Reichweite erfasst die Bedrohung, woraufhin die Abfangrakete gestartet wird und ihr Ziel autonom ansteuert. Deutschland wird somit in die Lage versetzt, sich gegen ballistische Raketen zu verteidigen, die eine Reichweite von bis zu 1.500 Kilometern haben.
Ein Schutzschirm für Deutschland und seine Nachbarn
Die Entscheidung für das Arrow 3-System ist eine direkte Reaktion auf die veränderte Sicherheitslage in Europa, die durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine entstanden ist. Die Bundesregierung möchte mit dieser Investition eine seit Jahren bestehende Fähigkeitslücke bei der Bundeswehr schließen. Gleichzeitig soll der Raketenschutzschirm auch für die europäischen Nachbarländer zur Verfügung stehen.
Polen, die baltischen Staaten und auch die skandinavischen Länder haben bereits Interesse signalisiert. Deutschland übernimmt damit eine zentrale Rolle im Rahmen der European Sky Shield Initiative (ESSI). Ziel dieser Initiative ist ein besser koordinierter und kostengünstigerer Aufbau einer europäischen Luftverteidigung, weshalb die gemeinsame Beschaffung von Abwehrsystemen gefördert wird.
Die nächsten Schritte zur Einsatzbereitschaft
Die Verträge mit dem israelischen Hersteller sollen noch in diesem Jahr unterzeichnet werden. Da die USA an der Entwicklung von Arrow 3 beteiligt waren, musste auch die US-Regierung dem Verkauf zustimmen, was inzwischen geschehen ist. Die Kosten für das System belaufen sich auf knapp vier Milliarden Euro und werden aus dem 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen für die Bundeswehr finanziert.
Die ersten Komponenten des Systems könnten bereits Ende 2025 in Deutschland eintreffen und stationiert werden. Als mögliche Standorte für die Radaranlagen und die Abschussvorrichtungen werden unter anderem der Fliegerhorst Holzdorf an der Grenze von Brandenburg und Sachsen-Anhalt sowie Standorte in Bayern und Schleswig-Holstein geprüft. Die volle Einsatzbereitschaft des gesamten Schutzschirms wird für das Jahr 2030 angestrebt.
