Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft zeigt immer wieder zwei Gesichter. Während die Defensive meist stabil und verlässlich agiert, stellt die Offensive die Verantwortlichen vor ein Rätsel. Das Team leidet unter erheblichen Leistungsschwankungen im Angriff, was zu unnötigen Punktverlusten und verpassten Chancen führt.
Das Problem der fehlenden Konstanz im Angriff
Das Kernproblem der DFB-Frauen liegt in der mangelnden Durchschlagskraft und Effizienz vor dem gegnerischen Tor. Oft erspielt sich die Mannschaft zahlreiche hochkarätige Möglichkeiten, allerdings scheitert sie regelmäßig an deren Verwertung. Diese Abschlussschwäche zieht sich wie ein roter Faden durch wichtige Spiele, beispielsweise in der Nations League oder bei der Olympia-Qualifikation.
Auffällig ist dabei, dass die Mannschaft phasenweise exzellenten Fußball bietet und den Gegner dominiert. Jedoch wechseln sich diese starken Perioden mit Abschnitten ab, in denen die nötige Konsequenz im Abschluss fehlt. Dadurch bringt sich das Team um den verdienten Lohn seiner spielerischen Überlegenheit.
Analyse der Ursachen für die Leistungsschwankungen der DFB-Frauen
Die Gründe für die schwankenden Leistungen sind vielschichtig. Einerseits scheint es an der individuellen Kaltschnäuzigkeit einiger Spielerinnen zu mangeln, um in entscheidenden Momenten die richtige Entscheidung zu treffen. Andererseits wirkt die Offensive manchmal zu ideenlos oder zu stark auf Einzelaktionen angewiesen, anstatt durch eingespielte Kombinationen zum Erfolg zu kommen.
Dieses Phänomen wird oft als „Teilzeit-Problem“ beschrieben. Hiermit ist gemeint, dass die Offensivabteilung ihr volles Potenzial nur zeitweise abruft, während die Abwehr meist über die gesamte Spieldauer eine solide Leistung zeigt. Horst Hrubesch, der die Mannschaft als Interimstrainer betreute, stand wiederholt vor der Herausforderung, diese Unbeständigkeit zu beheben.
Mögliche Lösungsansätze und Ausblick
Um das Problem zu lösen, muss im Training ein klarer Fokus auf die Verbesserung der Torgefährlichkeit gelegt werden. Dazu gehören gezielte Übungen zur Chancenverwertung sowie die Schulung taktischer Laufwege, um die gegnerische Abwehr effektiver auszuhebeln. Außerdem ist es wichtig, das Selbstvertrauen der Stürmerinnen zu stärken, damit sie in Drucksituationen souveräner agieren.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Entwicklung von Spielerinnen, die konstant Tore erzielen können. Die Abhängigkeit von einzelnen Torjägerinnen muss reduziert werden, indem die Torgefahr auf mehrere Schultern verteilt wird. Nur wenn die Mannschaft lernt, ihre spielerische Überlegenheit konsequent in Tore umzumünzen, kann sie langfristig wieder zur absoluten Weltspitze aufschließen.
