Polizeikosten Fußball: Entscheidung zu Vereinskosten vertagt

Die Debatte über die hohen Polizeikosten im Fußball hat vorerst zu keinem Ergebnis geführt, denn die Innenminister von Bund und Ländern haben eine Entscheidung vertagt. Auf ihrer Konferenz in Potsdam wurde ein brisanter Vorschlag diskutiert, der die finanzielle Beteiligung der Vereine an den Sicherheitseinsätzen neu regeln sollte. Eine kurzfristige Änderung der bisherigen Praxis wird es allerdings nicht geben.

Der Vorschlag und seine Hintergründe

Im Zentrum der Diskussion stand die Idee, die Polizeipräsenz bei sogenannten Hochrisikospielen zu reduzieren. Dieser Vorstoß kam aus Niedersachsen, weil die enormen Kosten für die Sicherheitseinsätze zunehmend die Steuerzahler belasten. Dadurch sollten die Deutsche Fußball Liga (DFL) und die Vereine stärker in die finanzielle Verantwortung genommen werden.

Die Überlegung war, dass eine geringere Polizeistärke vor Ort die Clubs zwingen würde, selbst mehr für die Sicherheit zu sorgen. Außerdem wäre dies ein starker Anreiz, die Einsatzkosten der Polizei anteilig zu übernehmen. Bislang ist die Kostenübernahme durch die DFL nur in Bremen gesetzlich verankert, während in anderen Bundesländern die öffentliche Hand vollständig dafür aufkommt.

Breiter Widerstand führt zur Vertagung der Polizeikosten-Frage im Fußball

Der Vorschlag stieß jedoch auf breiten Widerstand. Nicht nur die DFL und Fanorganisationen kritisierten das Vorhaben scharf, sondern auch innerhalb der Ministerkonferenz gab es keine Einigkeit. Viele befürchteten eine Eskalation der Gewalt, falls die sichtbare Polizeipräsenz verringert würde.

Deshalb einigten sich die Minister darauf, die bestehende Sicherheitspartnerschaft zwischen Staat und Vereinen vorerst nicht zu verändern. Man war sich einig, dass die Zusammenarbeit grundsätzlich gut funktioniert und ein gemeinsames Vorgehen aller Beteiligten entscheidend für die Sicherheit in den Stadien ist. Die heikle Entscheidung wurde daher von der Tagesordnung genommen.

Dialog statt Konfrontation

Anstatt eine konfrontative Lösung zu beschließen, wollen die Innenminister den Dialog mit allen Akteuren fortsetzen. Die grundlegende Frage, wer für die hohen Polizeikosten bei Fußballspielen aufkommen soll, bleibt damit zwar ungelöst, sie soll aber weiterhin besprochen werden. Ein konkreter Zeitplan für eine neue Regelung wurde allerdings nicht festgelegt.

Das Ziel bleibt, eine bundesweit einheitliche und tragfähige Lösung zu finden. Während die Vereine auf ihre präventive Fanarbeit verweisen, betont die Politik die enorme Belastung für die Polizeikräfte und die öffentlichen Haushalte. Die Diskussion ist somit nur aufgeschoben und wird die Sportpolitik auch in Zukunft beschäftigen.