Viele Menschen genießen Joghurt mit frischem Obst als gesundes Frühstück oder leckere Zwischenmahlzeit. Allerdings kann die Kombination bestimmter Früchte mit Milchprodukten zu einer unangenehmen Überraschung führen, denn der Joghurt wird plötzlich bitter. Insbesondere zwei Obstsorten sind dafür bekannt, diesen Effekt auszulösen.
Warum manche Früchte im Joghurt bitter schmecken
Die Ursache für den bitteren Geschmack liegt in speziellen Enzymen, die in einigen Früchten enthalten sind. Diese Enzyme haben die Eigenschaft, Eiweiß zu spalten. Da Joghurt und andere Milchprodukte reich an Milcheiweiß sind, beginnen diese Enzyme sofort nach dem Mischen mit ihrer Arbeit und zerlegen die Eiweißmoleküle.
Bei diesem chemischen Prozess entstehen Peptide, also Bruchstücke der Eiweiße, die einen deutlich bitteren Geschmack aufweisen. Besonders Ananas und Kiwi sind für ihre eiweißspaltenden Enzyme bekannt. Während die Ananas das Enzym Bromelain enthält, ist in Kiwis das Enzym Actinidin dafür verantwortlich.
Welche Obstsorten betroffen sind
Neben den prominenten Beispielen Kiwi und Ananas gibt es auch andere Früchte, die eine ähnliche Wirkung haben können. Dazu gehören beispielsweise frische Papayas und Feigen. Sie enthalten ebenfalls Enzyme, die das Milcheiweiß aufspalten und dadurch für einen bitteren Geschmack sorgen können.
Dieser Effekt tritt nur bei frischem Obst auf. Früchte aus der Konserve oder dem Glas werden bei der Herstellung erhitzt, wodurch die verantwortlichen Enzyme zerstört werden. Daher können Sie Ananas aus der Dose problemlos mit Joghurt mischen, ohne eine Geschmacksveränderung befürchten zu müssen.
Tipps für den ungestörten Fruchtjoghurt-Genuss
Wenn Sie nicht auf frische Ananas oder Kiwi im Joghurt verzichten möchten, gibt es einen einfachen Trick. Sie können die Früchte kurz erhitzen, bevor Sie sie unter den Joghurt mischen. Ein kurzes Blanchieren oder Dünsten genügt, um die Enzyme zu deaktivieren und den bitteren Geschmack zu verhindern.
Alternativ sollten Sie den Joghurt mit diesen Früchten immer sofort verzehren. Je länger die Enzyme Zeit haben, auf das Milcheiweiß einzuwirken, desto intensiver wird der bittere Geschmack. Wenn Sie Ihr Müsli oder Ihren Joghurt also für später vorbereiten, greifen Sie am besten zu anderen Obstsorten wie Beeren, Äpfeln oder Bananen.
