Kirchenaustritt 2025: Vor- und Nachteile – Was du wissen musst

Immer mehr Menschen in Deutschland entscheiden sich für einen Kirchenaustritt. Die Gründe dafür sind vielfältig, doch oft spielen finanzielle Überlegungen eine zentrale Rolle. Dieser Schritt will allerdings gut überlegt sein, denn er hat nicht nur Auswirkungen auf die monatliche Gehaltsabrechnung, sondern auch auf persönliche und soziale Aspekte des Lebens. Daher ist es wichtig, die Kirchenaustritt 2025 Vor- und Nachteile sorgfältig gegeneinander abzuwägen.

Wie der Kirchenaustritt abläuft

Wer aus der Kirche austreten möchte, muss dies persönlich bei einer staatlichen Stelle erklären. Zuständig ist in der Regel das Amtsgericht oder das Standesamt des Wohnortes, wobei die genauen Regelungen je nach Bundesland variieren können. Für diesen Verwaltungsakt wird eine Gebühr fällig, die meist zwischen 30 und 60 Euro liegt.

Nach der offiziellen Erklärung informiert die Behörde das zuständige Finanzamt. Dadurch wird der Lohnsteuerabzug für die Kirchensteuer gestoppt. Außerdem erhält die betroffene Kirchengemeinde eine Mitteilung über den Austritt.

Finanzielle Entlastung als Hauptgrund

Der größte Vorteil eines Kirchenaustritts ist die finanzielle Ersparnis. Die Kirchensteuer beträgt in den meisten Bundesländern neun Prozent der Lohn- und Einkommensteuer, während es in Bayern und Baden-Württemberg acht Prozent sind. Dieses Geld steht nach dem Austritt zur freien Verfügung.

Ein Rechenbeispiel verdeutlicht das Sparpotenzial: Wer als alleinstehende Person ein Bruttojahresgehalt von 50.000 Euro hat, zahlt jährlich etwa 700 bis 800 Euro Kirchensteuer. Über die Jahre summiert sich dieser Betrag erheblich. Die Kirchensteuer kann zwar als Sonderausgabe von der Steuer abgesetzt werden, allerdings entfällt diese Möglichkeit nach dem Austritt.

Die Nachteile und Konsequenzen eines Austritts

Ein Kirchenaustritt hat weitreichende Folgen, die über den finanziellen Aspekt hinausgehen. Mit dem Austritt verliert man das Recht auf kirchliche Dienste und Sakramente. Dazu gehören beispielsweise die kirchliche Trauung, das Patenamt bei Taufen oder eine kirchliche Bestattung.

Zwar gibt es hier in Einzelfällen Ausnahmen, jedoch besteht kein Anspruch darauf. Zudem entfällt der Zugang zu kirchlichen Einrichtungen wie Kindergärten oder Beratungsstellen nicht zwangsläufig, aber die Zugehörigkeit zur Kirche kann bei der Platzvergabe oder bei der Inanspruchnahme von Diensten eine Rolle spielen. Wer bei einem kirchlichen Träger wie der Caritas oder Diakonie angestellt ist, muss zudem mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Checkliste: Was vor der Entscheidung zu bedenken ist

Die Entscheidung für oder gegen einen Austritt ist sehr persönlich. Eine sorgfältige Abwägung hilft dabei, den richtigen Weg für sich zu finden. Die folgenden Punkte können als Orientierung dienen:

  • Finanzieller Aspekt: Berechnen Sie Ihre jährliche Ersparnis und überlegen Sie, wofür Sie das Geld stattdessen verwenden möchten.
  • Persönliche Bindung: Klären Sie für sich, welche Rolle der Glaube und die Kirchengemeinde in Ihrem Leben spielen.
  • Kirchliche Dienste: Überlegen Sie, ob Sie in Zukunft auf Sakramente wie eine kirchliche Hochzeit oder das Patenamt verzichten können.
  • Soziales Engagement: Informieren Sie sich, welche sozialen Projekte Ihre Kirchensteuer unterstützt und ob Sie diese auf andere Weise fördern möchten.
  • Berufliche Situation: Prüfen Sie, ob ein Austritt Auswirkungen auf Ihr Arbeitsverhältnis bei einem kirchlichen Arbeitgeber haben könnte.