Nach einem bemerkenswerten Anstieg blicken viele Anleger gespannt auf die XRP Prognose 2026. Ein erfahrener Finanzanalyst warnt jedoch vor überzogenem Optimismus, denn die entscheidenden positiven Impulse für die Kryptowährung könnten bereits der Vergangenheit angehören. Ohne neue, starke Treiber droht dem digitalen Asset eine Korrektur.
Die positive Entwicklung der vergangenen Monate war das Ergebnis einer seltenen Kombination günstiger Ereignisse. Diese Phase könnte sich nun dem Ende zuneigen, weshalb Experten zur Vorsicht mahnen und eine Neubewertung der Risiken empfehlen.
Fehlende Kurstreiber: Warum die XRP Prognose 2026 skeptisch ausfällt
Der Finanzanalyst Sean Williams geht in einer Analyse davon aus, dass der XRP-Kurs auf 1 US-Dollar zurückfallen könnte. Seiner Meinung nach waren die letzten 14 Monate von einzigartigen positiven Nachrichten für Ripple geprägt, die sich in dieser Form kaum wiederholen lassen. Dadurch könnten der Kryptowährung die sogenannten Katalysatoren fehlen – also marktbewegende Ereignisse, die für neue Aufwärtsdynamik sorgen.
Zu den entscheidenden Treibern der Vergangenheit zählten mehrere Faktoren. Erstens sorgte die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten im November 2024 für eine allgemein positive Marktstimmung. Zweitens beendete die Beilegung des langwierigen Rechtsstreits mit der US-Börsenaufsicht SEC eine große Unsicherheit. Drittens führte die Genehmigung von XRP-Spot-ETFs zu einem starken Kapitalzufluss.
Diese börsengehandelten Fonds, die den realen Wert von XRP abbilden, verzeichneten seit ihrem Start im November 2025 Nettozuflüsse von über einer Milliarde US-Dollar. Allerdings argumentiert Williams, dass diese positiven Entwicklungen mittlerweile vollständig im aktuellen Kurs eingepreist sind. Für das Jahr 2026 fehlen daher vergleichbare Impulse, die eine weitere Rally stützen könnten.
Institutionelles Interesse lässt nach: Erste Risse in der ETF-Euphorie
Obwohl die ETF-Zuflüsse anfangs beeindruckend waren, zeigen sich erste Anzeichen einer Abkühlung des institutionellen Interesses. Laut Daten von SoSoValue erlebten die US-amerikanischen XRP-Spot-ETFs am 7. Januar 2026 erstmals einen signifikanten Nettoabfluss. An diesem Tag wurden Gelder in Höhe von 40,8 Millionen US-Dollar aus den Fonds abgezogen.
Damit endete eine bemerkenswerte Serie von 36 Handelstagen in Folge ohne jegliche Abflüsse. Zwar belaufen sich die gesamten Nettozuflüsse seit Start weiterhin auf rund 1,2 Milliarden US-Dollar, doch dieser Trendbruch ist ein wichtiges Warnsignal. Er wirft die Frage auf, ob die anfängliche Euphorie großer Investoren bereits wieder nachlässt und das Kapital in andere Vermögenswerte umgeschichtet wird.
Begrenzter Nutzen in der Praxis als langfristiges Risiko
Ein weiterer kritischer Punkt in der Analyse ist der tatsächliche Nutzen von XRP im globalen Zahlungsverkehr. Oft wird die Technologie als effiziente Alternative zum traditionellen SWIFT-Netzwerk beworben. Die Zahlen zeichnen jedoch ein anderes Bild: Während über 11.000 Finanzinstitute SWIFT nutzen, verwenden derzeit nur rund 300 Institute weltweit den XRP Ledger für grenzüberschreitende Zahlungen.
Zudem ist ein entscheidendes Detail zu beachten: Unternehmen, die das Zahlungsnetzwerk von Ripple einsetzen, müssen nicht zwangsläufig den XRP-Token als Brückenwährung verwenden. Da der Token laut Williams keinen eigenständigen, fundamentalen Wert besitzt, könnte seine Attraktivität ohne neue, überzeugende Anwendungsfälle schnell schwinden. Die geringe Adaption stellt somit ein langfristiges Risiko für die Wertentwicklung dar.
Volatiler Kursverlauf und historische Schwäche im Januar
Der Kursverlauf des Jahres 2025 verdeutlicht die hohe Volatilität, also die Schwankungsanfälligkeit, des Tokens. Nach dem Erreichen eines Allzeithochs von 3,65 US-Dollar im Juli 2025, schloss XRP das Jahr bei nur 1,84 US-Dollar ab. Das vierte Quartal allein brachte einen Verlust von knapp acht Prozent und markierte damit eine klare Trendumkehr.
Anfang Januar 2026 erholte sich der Kurs zwar kurzfristig um etwa 25 Prozent auf rund 2,30 US-Dollar, doch Analysten bleiben vorsichtig. Der Marktexperte Ray Youssef erwartet in den kommenden Monaten eher eine Seitwärtsbewegung zwischen 2,00 und 2,50 US-Dollar, sofern keine größeren makroökonomischen Ereignisse eintreten.
Historische Daten stützen diese zurückhaltende Einschätzung zusätzlich. In den vergangenen zwölf Jahren lieferte der Januar für XRP im Median, also im Durchschnittswert, eine negative Rendite von 7,8 Prozent. Sollte sich der gesamte Kryptomarkt abkühlen, könnte der Rückgang sogar noch deutlicher ausfallen.
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