Kürzungen bei der HIV-Hilfe: Frauen & Kinder in Gefahr

Weltweit stagnieren die Fortschritte im Kampf gegen Aids, was vor allem auf finanzielle Kürzungen zurückzuführen ist. Diese Entwicklung trifft Frauen, Mädchen und Kinder besonders hart, denn sie leiden am stärksten unter den Folgen der reduzierten Mittel. Deshalb warnen Organisationen wie die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) und das UN-Kinderhilfswerk Unicef anlässlich des Welt-Aids-Tags vor den dramatischen Konsequenzen dieser Kürzungen bei der HIV-Hilfe.Im vergangenen Jahr fehlten fast neun Milliarden US-Dollar, um die globalen Ziele zur Aids-Bekämpfung zu erreichen. Dieses Defizit hat direkte Auswirkungen auf Präventionsprogramme und die Versorgung von Infizierten. Insbesondere in Afrika südlich der Sahara ist die Situation alarmierend, da dort die meisten HIV-positiven Menschen leben.

Die besondere Gefährdung von Frauen und Mädchen

Jede Woche infizieren sich weltweit Tausende junge Frauen und Mädchen zwischen 15 und 24 Jahren mit HIV. Diese Gruppe ist biologisch anfälliger für eine Ansteckung und zudem oft sozial und wirtschaftlich benachteiligt. Dadurch wird es für sie schwieriger, sich vor einer Infektion zu schützen oder Zugang zu notwendigen Tests und Behandlungen zu erhalten.

Die aktuellen Kürzungen verschärfen diese Ungleichheit weiter. Wenn Programme zur sexuellen Aufklärung und zur Verteilung von Präventionsmitteln wie Kondomen gestrichen werden, verlieren junge Frauen wichtige Schutzmöglichkeiten. Außerdem führen fehlende Investitionen dazu, dass weniger Medikamente zur Verfügung stehen, die eine Übertragung des Virus von Müttern auf ihre Kinder verhindern könnten.

Folgen der Kürzungen bei der HIV-Hilfe für Kinder

Auch Kinder sind massiv von der Finanzierungslücke betroffen. Im Jahr 2022 lebten weltweit etwa 1,5 Millionen Kinder mit einer HIV-Infektion, allerdings erhielten nur etwas mehr als die Hälfte eine lebensrettende Behandlung. Infolgedessen starben Zehntausende Kinder an den Folgen von Aids, obwohl ihr Tod vermeidbar gewesen wäre.

Ein zentrales Problem ist die fehlende Testung von Schwangeren und Neugeborenen. Ohne eine frühzeitige Diagnose kann keine rechtzeitige Therapie beginnen. Die Kürzungen bei der HIV-Hilfe führen dazu, dass genau diese entscheidenden Programme zur Früherkennung und Behandlung von Kindern nicht ausreichend finanziert sind. Dies hat zur Folge, dass die Sterblichkeitsrate unter infizierten Kindern unnötig hoch bleibt.

Appelle und politische Forderungen

Angesichts dieser besorgniserregenden Entwicklung fordern Experten und Organisationen ein Umdenken in der Politik. Sie betonen, dass Investitionen in die HIV-Prävention und -Behandlung nicht nur Leben retten, sondern auch langfristig Kosten sparen. Ein zentraler Appell richtet sich daher an die Bundesregierung, ihre internationalen Zusagen einzuhalten und die Mittel für die globale Gesundheit nicht zu reduzieren.

Nur durch eine stabile und ausreichende Finanzierung kann sichergestellt werden, dass die Fortschritte der letzten Jahrzehnte nicht zunichtegemacht werden. Es ist entscheidend, den Kampf gegen Aids wieder zu priorisieren, damit insbesondere die am stärksten gefährdeten Gruppen wirksam geschützt werden können.