Immer mehr Handwerksbetriebe stehen vor der Frage, ob sich ein Umstieg auf Elektromobilität lohnt. Ein Praxistest zeigt nun, wie sich Elektrotransporter im Handwerk bewähren und welche Vorteile sie im Arbeitsalltag bieten. Dieser Beitrag fasst die Erfahrungen eines Malermeisters zusammen, der seinen Diesel- gegen einen Elektrowagen getauscht hat.
So lief der Praxistest mit dem E-Transporter ab
Ein selbstständiger Malermeister aus Norddeutschland hat für fünf Tage seinen gewohnten Dieseltransporter gegen einen rein elektrischen Renault Master E-Tech getauscht. Um die Bedingungen so realistisch wie möglich zu gestalten, wurde das Fahrzeug wie im Arbeitsalltag beladen. Unter anderem befand sich eine halbe Palette Spachtelmasse im Laderaum, denn so sieht ein typisches Handwerkerauto oft aus.
Der Test startete bewusst nicht mit einer vollen Batterie, sondern mit einem Ladestand von 47 Prozent. Dadurch sollte auch das notwendige Aufladen während des normalen Betriebsablaufs erprobt werden. Die täglichen Fahrten führten zu verschiedenen Baustellen, was ein realistisches Szenario für die meisten Handwerksbetriebe darstellt.
Positive Erfahrungen mit dem Elektrotransporter im Handwerk
Schon nach kurzer Zeit zeigte sich der Malermeister vom Fahrgefühl beeindruckt. Der E-Transporter überzeugte durch seine Agilität und die starke Beschleunigung, außerdem war das Lenkverhalten sehr direkt und leichtgängig. Trotz der Größe des Fahrzeugs vermittelte es ein angenehm leichtes Fahrgefühl.
Auch die Reichweite erwies sich für die täglichen Touren als ausreichend. Nach einem Arbeitstag mit Fahrten zu Kunden und zurück zum Betrieb war noch genügend Akkukapazität vorhanden. Während der Mittagspause konnte das Fahrzeug an einer öffentlichen Ladesäule unkompliziert nachgeladen werden, wobei die Ladeleistung mit 22 Kilowatt (kW) für diesen Zweck als absolut praxistauglich bewertet wurde.
Herausforderungen und praktische Tipps
Eine kleine Herausforderung stellte die Planung der Ladevorgänge dar. Der Fahrer musste sich aktiv darum kümmern, eine freie und funktionierende Ladesäule zu finden. Dies erforderte eine kurze Umgewöhnung im Vergleich zum gewohnten Tankstopp mit einem Dieselfahrzeug. Allerdings verlief der Ladevorgang selbst reibungslos.
Ein weiterer Punkt war die Nutzung des Fahrzeugs als Pausenraum. Während das Radio lief, verbrauchte das Fahrzeug kaum Energie. Als jedoch die Heizung zur Belüftung der Kabine eingeschaltet wurde, sank die Reichweite merklich. Hier zeigt sich, dass Nebenverbraucher wie die Heizung bei Elektrofahrzeugen stärker ins Gewicht fallen und bei der Planung berücksichtigt werden sollten.
Fazit nach dem Fünf-Tage-Test
Das Gesamtfazit des Malermeisters fiel sehr positiv aus. Der Elektrotransporter erwies sich als alltagstauglich und überzeugte sowohl beim Fahren als auch bei der Funktionalität. Die Reichweite war für den regionalen Einsatz im Handwerk vollkommen ausreichend, und das Laden ließ sich gut in den Arbeitsablauf integrieren.
Der Test hat gezeigt, dass moderne Elektrotransporter eine ernsthafte Alternative zu Dieselfahrzeugen im Handwerk sind. Sie bieten nicht nur ein angenehmes Fahrerlebnis, sondern sind auch praktisch und für die täglichen Anforderungen gut gerüstet. Die Umstellung erfordert lediglich eine geringfügige Anpassung bei der Tagesplanung, insbesondere was die Ladevorgänge betrifft.
