In Australien geben die Behörden eine Warnung heraus, denn dort breitete sich das Influenza-A-Virus H3N2 in einer neuen Variante stark aus. Diese Entwicklung könnte auch für die Nordhalbkugel und somit für Deutschland relevant sein, da die dortigen Erfahrungen oft einen Ausblick auf die kommende Grippesaison geben. Fachleute beobachten die Situation daher genau, um das Risiko für eine schwere Grippewelle mit der H3N2-Variante einschätzen zu können.
Was kennzeichnet die neue H3N2-Variante?
Influenzaviren verändern sich ständig, weshalb jedes Jahr neue Varianten entstehen. Die aktuelle H3N2-Variante, die in Australien zirkuliert, ist eine solche Neuentwicklung. Experten bezeichnen sie als „genetisch deutlich verändert“, was bedeutet, dass sich ihre Oberflächenstruktur gewandelt hat. Dadurch kann das Immunsystem, selbst wenn es bereits Kontakt mit früheren H3N2-Viren hatte, den Erreger schlechter erkennen und bekämpfen.
Diese genetische Veränderung ist der Hauptgrund zur Sorge. Wenn das Virus auf eine Bevölkerung trifft, deren Immunsystem wenig spezifische Abwehrkräfte dagegen hat, kann es sich leichter ausbreiten. Besonders ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen sind durch H3N2-Viren stärker gefährdet, da Infektionen bei ihnen häufiger zu schweren Verläufen führen.
Die Lage in Australien als Vorbote für Deutschland
Die Grippesaison auf der Südhalbkugel, insbesondere in Australien, dient Epidemiologen oft als eine Art Frühwarnsystem. Die dort gemachten Beobachtungen zur Ausbreitung und Schwere der Grippewelle geben wichtige Hinweise darauf, was Europa und Nordamerika im darauffolgenden Winter erwarten könnte. Die diesjährige australische Saison war durch eine hohe Aktivität der neuen H3N2-Variante geprägt.
Allerdings ist die Übertragbarkeit auf die Nordhalbkugel keine exakte Wissenschaft, da viele Faktoren eine Rolle spielen. Dazu gehören beispielsweise das Wetter, das Kontaktverhalten der Menschen und die bereits vorhandene Immunität in der Bevölkerung. Dennoch nehmen Gesundheitsbehörden wie das Robert Koch-Institut (RKI) die Daten aus Australien sehr ernst und bereiten sich auf verschiedene Szenarien vor.
Schutzmaßnahmen und die Rolle der Impfung
Der wirksamste Schutz vor einer schweren Grippeerkrankung bleibt die jährliche Grippeimpfung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) passt die Zusammensetzung des Impfstoffs jedes Jahr an die erwarteten Virusvarianten an. Für die kommende Saison wurde die H3N2-Komponente im Impfstoff bereits aktualisiert, um einen besseren Schutz gegen die neuen Varianten zu gewährleisten.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung vor allem für Risikogruppen. Dazu zählen Menschen ab 60 Jahren, Schwangere, Personen mit chronischen Grunderkrankungen sowie medizinisches und pflegerisches Personal. Eine Impfung schützt nicht nur die geimpfte Person selbst, sondern trägt auch dazu bei, die Ausbreitung des Virus in der gesamten Bevölkerung zu verlangsamen und so eine starke Grippewelle mit der H3N2-Variante abzumildern.
