Neues Medikament gegen Fettleber zugelassen: Hoffnung für Betroffene

Lange Zeit gab es für Patientinnen und Patienten keine medikamentöse Option gegen die nichtalkoholische Fettleber. Nun wurde in den USA erstmals ein Medikament gegen Fettleber zugelassen, was Betroffenen neue Hoffnung gibt. Dieses Medikament mit dem Wirkstoff Resmetirom soll in Kombination mit einer Anpassung des Lebensstils eingesetzt werden, um die Erkrankung zu behandeln.

Die nichtalkoholische Fettleber, inzwischen auch als MASLD (Metabolic Dysfunction-associated Steatotic Liver Disease) bezeichnet, ist eine weit verbreitete Erkrankung. Sie wird oft durch Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen verursacht. Schreitet die Krankheit fort, kann sich das Lebergewebe entzünden und vernarben, was als MASH (Metabolic Dysfunction-associated Steatohepatitis) bekannt ist und zu schweren Komplikationen wie Leberzirrhose führen kann.

Wie das neue Medikament gegen Fettleber funktioniert

Der Wirkstoff Resmetirom, der unter dem Handelsnamen Rezdiffra vertrieben wird, setzt gezielt in der Leber an. Er aktiviert dort einen bestimmten Rezeptor für Schilddrüsenhormone, den sogenannten THR-β-Rezeptor. Dieser Rezeptor spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Fettstoffwechsels im Organ.

Durch die Aktivierung dieses Rezeptors kurbelt das Medikament den Abbau von Fett in den Leberzellen an. Dadurch wird nicht nur die Fetteinlagerung reduziert, sondern auch die damit verbundenen Entzündungsprozesse werden gedämpft. Dieser Mechanismus hilft, das Fortschreiten der Leberschädigung aufzuhalten und kann sogar zu einer Verbesserung des Gewebes führen.

Nutzen und Anwendung von Resmetirom

Die Zulassung durch die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA erfolgte auf Basis überzeugender Studienergebnisse. In einer entscheidenden Phase-III-Studie zeigte sich, dass die Einnahme von Resmetirom die Entzündungswerte deutlich verbesserte und die Lebervernarbung (Fibrose) bei einem signifikanten Teil der Teilnehmenden reduzierte. Bei knapp 30 Prozent der Patientinnen und Patienten, die die höhere Dosis erhielten, bildete sich die Entzündung vollständig zurück, ohne dass die Vernarbung zunahm.

Das Medikament ist für erwachsene Patientinnen und Patienten mit einer fortgeschrittenen, entzündlichen Form der Fettleber (MASH) und einer mäßigen bis fortgeschrittenen Fibrose vorgesehen. Es wird als Tablette einmal täglich eingenommen, wobei die Dosierung vom Körpergewicht abhängt. Wichtig ist jedoch, dass die Einnahme stets durch eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung begleitet werden muss, denn das Medikament allein ist kein Allheilmittel.

Mögliche Nebenwirkungen und Ausblick

Wie bei den meisten Medikamenten kann es auch bei der Einnahme von Resmetirom zu Nebenwirkungen kommen. Zu den häufigsten gehören laut Studien leichte bis moderate Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall und Übelkeit. Auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, beispielsweise bestimmten Cholesterinsenkern (Statinen), sind möglich und sollten ärztlich abgeklärt werden.

Die Zulassung in den USA gilt als Meilenstein, da es sich um die erste gezielte medikamentöse Therapie für diese Lebererkrankung handelt. Auch in Europa wurde bei der Arzneimittel-Agentur EMA ein Zulassungsantrag gestellt, eine Entscheidung steht hier allerdings noch aus. Die Entwicklung gibt Anlass zur Hoffnung, dass die Behandlungsmöglichkeiten für Millionen von Menschen mit Fettlebererkrankungen in Zukunft deutlich besser werden.