Auf vielen Dächern von Supermärkten und Discountern lauert eine unsichtbare Gefahr, die bei starkem Schneefall zur ernsten Bedrohung für Kunden und Mitarbeiter werden kann. Die Ursache liegt in der Bauweise vieler dieser Gebäude, denn sie sind oft nicht für hohe Schneelasten ausgelegt. Dadurch steigt das Risiko eines Dacheinsturzes bei extremen Wetterbedingungen erheblich.
Die Gefahr durch Flachdächer bei Schneefall
Die meisten Supermärkte werden als Flachbauten errichtet, was aus architektonischer und kostentechnischer Sicht viele Vorteile bietet. Allerdings birgt diese Bauweise im Winter ein erhebliches Risiko, denn auf den großen, flachen Dächern kann sich eine enorme Menge Schnee ansammeln. Während bei Schrägdächern der Schnee oft von selbst abrutscht, bleibt er auf Flachdächern liegen und sein Gewicht nimmt stetig zu.
Besonders gefährlich wird die Situation, wenn der Schnee erst antaut und dann wieder gefriert oder sich mit Regenwasser vollsaugt. Dadurch entsteht eine schwere Eislast, die die Belastungsgrenze der Dachkonstruktion schnell überschreiten kann. Ein plötzlicher Einsturz des Daches kann die Folge sein, was eine unmittelbare Gefahr für die Menschen im Gebäude darstellt.
Warum sind Supermarkt-Dächer besonders gefährdet?
Die Statik von Supermarkt-Dächern ist zwar für eine bestimmte Schneelastzone berechnet, allerdings basieren diese Berechnungen oft auf durchschnittlichen, langjährigen Wetterdaten. Extremwetterereignisse wie plötzlicher und starker Schneefall sind in diesen Modellen nicht immer ausreichend berücksichtigt. Zudem werden viele Märkte als Systembauten mit standardisierten und leichten Bauteilen errichtet, um Kosten zu sparen.
Diese Leichtbauweise kann bei unerwartet hohen Schneemassen an ihre Grenzen stoßen. Ein weiterer Aspekt ist die oft große, stützenfreie Verkaufsfläche im Inneren der Märkte. Diese Konstruktion erfordert zwar eine stabile Dachkonstruktion, doch jede Überschreitung der geplanten Last stellt ein Risiko dar.
So reagieren Betreiber auf die Schneelast
Um die unsichtbare Gefahr auf Supermarkt-Dächern zu kontrollieren, setzen viele Betreiber auf präventive Maßnahmen. Dazu gehört die regelmäßige Überprüfung der Dachlasten durch Fachpersonal, sobald eine bestimmte Schneehöhe erreicht ist. Sensoren können ebenfalls zum Einsatz kommen, um das Gewicht des Schnees kontinuierlich zu überwachen und bei Erreichen eines kritischen Werts Alarm zu schlagen.
Falls die Schneelast zu hoch wird, müssen die Dächer geräumt werden. Diese Aufgabe übernehmen oft spezialisierte Firmen, da die Arbeit in großer Höhe gefährlich ist und besondere Sicherheitsvorkehrungen erfordert. In manchen Fällen kann es sogar notwendig sein, einen Markt vorübergehend zu schließen, um die Sicherheit von Kunden und Personal zu gewährleisten.
