Verbraucher müssen sich darauf einstellen, dass Schokolade teurer wird, denn ab 2026 planen viele Hersteller deutliche Preiserhöhungen von bis zu 20 Prozent. Diese Entwicklung hat mehrere Gründe, die von neuen EU-Regularien über gestiegene Rohstoffpreise bis hin zu höheren Produktionskosten reichen. Dadurch könnten die Preise für Schokoladenprodukte in den Supermärkten spürbar ansteigen.
Die Gründe: Darum wird Schokolade teurer
Ein wesentlicher Preistreiber ist eine neue EU-Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten, die Ende 2025 vollständig in Kraft tritt. Diese Regelung soll sicherstellen, dass für Produkte wie Kakao, Kaffee oder Palmöl keine Wälder gerodet wurden. Hersteller müssen künftig per Geodaten exakt nachweisen, von welchem Feld ihr Kakao stammt, was einen erheblichen administrativen und finanziellen Aufwand bedeutet.
Zusätzlich zu diesen neuen Anforderungen sind auch die allgemeinen Kosten für die Schokoladenproduktion gestiegen. Obwohl der Kakaopreis an der Börse zuletzt wieder etwas gefallen ist, schlagen höhere Ausgaben für Energie, Verpackungsmaterial und Löhne zu Buche. Über die letzten Jahre betrachtet hat sich der Preis für Rohkakao zudem signifikant erhöht, was die Hersteller nun an die Verbraucher weitergeben wollen.
Auswirkungen auf Handel und Verbraucher
Die angekündigten Preiserhöhungen führen bereits jetzt zu angespannten Verhandlungen zwischen Herstellern und dem Lebensmitteleinzelhandel. Händler zeigen sich skeptisch, da sie befürchten, dass höhere Preise die Nachfrage weiter dämpfen könnten. Schon jetzt kämpfen viele bekannte Marken mit sinkenden Verkaufszahlen in Deutschland.
Für die Konsumenten bedeutet dies, dass die Tafel Schokolade oder der Schoko-Osterhase künftig mehr kosten wird. Die Preisstrategie großer Discounter wie Aldi wird dabei eine entscheidende Rolle spielen, da sie oft als Richtwert für den gesamten Markt dient. Allerdings könnten die neuen, strengeren Nachhaltigkeitsanforderungen auch zu einer höheren Wertschätzung des Produkts führen.
Was die neue EU-Verordnung bezweckt
Die EU-Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) verfolgt ein klares Umweltziel: Sie soll den weltweiten Waldschutz stärken und die Artenvielfalt erhalten. Produkte, für deren Herstellung nach dem Stichtag 31. Dezember 2020 Wälder gerodet wurden, dürfen nicht mehr in der EU verkauft werden. Dies betrifft neben Kakao auch Rohstoffe wie Soja, Rindfleisch und Kautschuk.
Unternehmen müssen deshalb ein lückenloses System zur Rückverfolgbarkeit ihrer Lieferketten aufbauen. Dieser Nachweis ist komplex und erfordert die Kooperation aller Beteiligten vom Kakaobauern bis zum Schokoladenproduzenten. Verstöße gegen die Verordnung können zu hohen Strafen führen, weshalb die Industrie gezwungen ist, ihre Prozesse anzupassen.
