In deutschen Gärten breitet sich eine unscheinbare, aber potenziell schädliche Tierart aus. Der fleischfressende Wurm mit dem wissenschaftlichen Namen Obama nungara stellt eine wachsende Gefahr für das heimische Ökosystem dar, denn er hat hierzulande kaum natürliche Fressfeinde. Gartenbesitzer sollten daher aufmerksam sein, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Bei diesem invasiven Wurm handelt es sich um einen sogenannten Landplathelminthen, also einen Plattwurm, der an Land lebt. Ursprünglich stammt die Art aus Südamerika, gelangte aber vermutlich als blinder Passagier in der Erde von Topf- und Kübelpflanzen nach Europa. Durch den globalen Handel konnte sich der Wurm so unbemerkt in Gärtnereien und Privatgärten ansiedeln.
So erkennen Sie den invasiven Plattwurm im Garten
Der Wurm Obama nungara wird bis zu sieben Zentimeter lang und hat einen flachen, schleimigen Körper, der an einen Blutegel erinnert. Seine Farbe variiert von goldgelb bis fast schwarz, während die Unterseite meist heller und cremefarben ist. Ein charakteristisches Merkmal ist sein spitz zulaufendes Kopfende. Am häufigsten findet man ihn an feuchten, geschützten Orten, beispielsweise unter Steinen, Totholz oder in dichten Pflanzenbeständen.
Sein Name stammt übrigens nicht vom ehemaligen US-Präsidenten, sondern aus der indigenen Tupi-Sprache Südamerikas. Dort bedeutet „Obama“ so viel wie „Blatt-Tier“, was auf seine flache Körperform anspielt.
Warum der fleischfressende Wurm eine Bedrohung darstellt
Die größte Gefahr durch den Plattwurm besteht für die heimische Tierwelt im Boden. Auf seinem Speiseplan stehen vor allem Regenwürmer und Schnecken. Besonders der Verlust von Regenwürmern ist problematisch, da diese für einen gesunden und fruchtbaren Gartenboden unverzichtbar sind. Sie lockern die Erde auf, verbessern die Belüftung und fördern die Bildung von Humus.
Da der Obama nungara in Europa kaum natürliche Feinde hat, kann er sich ungehindert vermehren und die Populationen nützlicher Bodentiere stark reduzieren. Wissenschaftler befürchten, dass dies langfristig die Bodenqualität beeinträchtigen und das ökologische Gleichgewicht stören könnte. Die genauen Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die heimische Artenvielfalt sind zwar noch nicht vollständig erforscht, aber die Entwicklung wird mit Sorge betrachtet.
Handlungsempfehlungen bei einem Fund
Wer einen verdächtigen Wurm im eigenen Garten entdeckt, sollte handeln, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Es wird empfohlen, das Tier nicht einfach zu zerteilen, da aus den Einzelteilen neue Würmer entstehen können. Stattdessen sollte der Wurm eingesammelt werden.
Zusätzlich ist es für die Forschung hilfreich, wenn Funde dokumentiert und gemeldet werden. Machen Sie am besten ein Foto des Wurms und informieren Sie zuständige Stellen wie den Naturschutzbund oder lokale Pflanzenschutzämter. Diese Daten helfen Wissenschaftlern, die Ausbreitung der invasiven Art besser zu verstehen und Gegenmaßnahmen zu entwickeln.
