Schlafprobleme lösen: Cognitive Shuffle hilft ohne Medikamente

Viele Menschen mit Schlafproblemen greifen zu Melatonin-Sprays oder Tabletten, um schneller einschlafen zu können. Allerdings gibt es eine wirksame und wissenschaftlich fundierte Methode, die ganz ohne Hilfsmittel auskommt. Wer das sogenannte „Cognitive Shuffle“ anwendet, kann oft besser einschlafen ohne Medikamente und das Gedankenkarussell im Kopf stoppen.

Diese Technik, auch als kognitives Mischen bekannt, wurde vom kanadischen Kognitionswissenschaftler Luc Beaudoin entwickelt. Sie zielt darauf ab, das Gehirn von Sorgen und Alltagsstress abzulenken, denn genau diese Gedanken hindern uns oft am Einschlafen. Indem man das Gehirn mit einer einfachen, aber fesselnden Aufgabe beschäftigt, wird das Einschlafen erleichtert.

Wie funktioniert das kognitive Mischen?

Die Methode des Cognitive Shuffle ist erstaunlich einfach umzusetzen. Man denkt sich ein beliebiges, neutrales Wort mit mindestens fünf Buchstaben aus, zum Beispiel „Blume“. Anschließend geht man das Wort Buchstabe für Buchstabe durch und denkt sich zu jedem Buchstaben so viele Wörter wie möglich aus, die mit diesem Buchstaben beginnen.

So könnte man zum Buchstaben „B“ an Begriffe wie „Ball“, „Baum“ oder „Butter“ denken. Danach folgt der nächste Buchstabe, in diesem Fall das „L“, mit Wörtern wie „Lampe“, „laufen“ und „lustig“. Diesen Prozess setzt man fort, bis man einschläft, was oft schon nach wenigen Minuten der Fall ist.

Das Ziel ist nicht, besonders kreativ zu sein, sondern das Gehirn sanft zu beschäftigen. Dadurch wird es davon abgehalten, sich in Grübeleien zu verlieren, die den Schlaf sabotieren. Die willkürliche Reihenfolge der Bilder und Wörter verhindert, dass das Gehirn logische Zusammenhänge herstellt und aktiv bleibt.

Tipps für die erfolgreiche Anwendung

Damit das Cognitive Shuffle seine volle Wirkung entfalten kann, sollten einige Punkte beachtet werden. Die gewählten Wörter sollten emotional neutral sein und keine starken Assoziationen hervorrufen. Wörter wie „Arbeit“ oder „Streit“ sind daher ungeeignet.

Außerdem ist es wichtig, sich keinen Druck zu machen. Es geht nicht darum, möglichst viele Wörter zu finden, sondern lediglich um die Beschäftigung selbst. Wenn zu einem Buchstaben keine Begriffe einfallen, kann man einfach zum nächsten übergehen. Um die Methode zu unterstützen, gibt es sogar spezielle Apps, die zufällige Wörter und Buchstaben vorgeben.