China hat für seine Raumstation Tiangong ein umfassendes Rettungskonzept entwickelt, das im Notfall schnell eingreifen kann. Dieses System stellt sicher, dass die Besatzung bei Problemen nicht auf der Station gestrandet ist. Der chinesische Notfallplan für die Raumstation basiert auf der ständigen Bereitschaft einer speziell ausgerüsteten Rakete samt Raumschiff.
So funktioniert das Rettungssystem
Für den Ernstfall hält die chinesische Raumfahrtagentur CNSA immer eine einsatzbereite Kombination aus einer Rakete vom Typ Langer Marsch 2F und einem Shenzhou-Raumschiff bereit. Während eine Mission aktiv ist, befindet sich bereits das nächste Raumschiff mit seiner Trägerrakete in einem fortgeschrittenen Zustand der Vorbereitung. Dadurch kann innerhalb kurzer Zeit ein Rettungsflug zur Tiangong-Raumstation gestartet werden.
Das jeweilige Rettungsraumschiff wird parallel zur laufenden Mission gewartet und startklar gemacht. Sollte es zu einem kritischen Vorfall an Bord der Raumstation kommen, kann diese Rettungsmission aktiviert werden. Allerdings würde es nach der Aktivierung immer noch einige Tage dauern, bis die Rakete tatsächlich abheben kann, da letzte Systemchecks und die Betankung erforderlich sind.
Der Nutzen des ständigen Notfallplans
Der Hauptzweck dieses Systems ist die Gewährleistung der Sicherheit der Astronauten, die auch als Taikonauten bezeichnet werden. Falls das an der Station angedockte Raumschiff beschädigt wird oder aus anderen Gründen nicht für die Rückkehr zur Erde genutzt werden kann, bietet das Rettungsschiff eine alternative Heimreise. Dieses Vorgehen ist entscheidend, um die Besatzung nicht über längere Zeit einer gefährlichen Situation auszusetzen.
Ein weiterer wichtiger Grund für den Notfallplan ist die Aufrechterhaltung des Betriebs der Raumstation. Ein schnelles Eingreifen verhindert, dass die Tiangong-Station nach einem Zwischenfall unbemannt zurückgelassen werden muss. Dadurch können Schäden schneller behoben und der wissenschaftliche Betrieb ohne lange Unterbrechungen fortgesetzt werden.
Chinas Notfallplan für die Raumstation in der Praxis
Ein konkretes Beispiel wäre ein Schaden am aktuell angedockten Shenzhou-Raumschiff durch Mikrometeoriten. In einem solchen Szenario wäre die Crew nicht mehr in der Lage, sicher zur Erde zurückzukehren. Deshalb würde die Bodenkontrolle die startbereite Rettungsmission, wie beispielsweise die für die Mission Shenzhou-22 vorbereitete Rakete, aktivieren.
Die Rettungskapsel würde dann zur Raumstation fliegen und dort andocken. Die gestrandete Besatzung könnte anschließend in das neue Raumschiff umsteigen und die Rückreise antreten. Währenddessen könnte das beschädigte Schiff ferngesteuert von der Station getrennt werden, um Platz für zukünftige Missionen zu schaffen.
