Auto Starthilfe richtig geben – So vermeidest du Schäden

Wenn das Auto nicht anspringt, ist oft eine leere Batterie die Ursache. Besonders im Winter oder nach langer Standzeit kann dies vorkommen. Mit einem Starthilfekabel und einem zweiten Fahrzeug lässt sich das Problem jedoch meist schnell beheben. Richtig Starthilfe beim Auto geben ist nicht kompliziert, erfordert aber eine genaue Reihenfolge, um Schäden an der Fahrzeugelektronik zu vermeiden.

So funktioniert die Starthilfe Schritt für Schritt

Zuerst müssen beide Fahrzeuge sicher abgestellt werden, sodass sie sich nicht berühren. Die Zündung und alle elektrischen Verbraucher wie Licht oder Radio sollten in beiden Autos ausgeschaltet sein. Außerdem ist es wichtig, die Handbremse anzuziehen und bei Schaltgetrieben den Gang herauszunehmen, während bei Automatikfahrzeugen die Parkposition „P“ gewählt wird.

Nun folgt das Anschließen der Kabel in einer festen Reihenfolge, um Kurzschlüsse und gefährlichen Funkenflug zu verhindern. Es ist entscheidend, dass die Batterien beider Fahrzeuge dieselbe Spannung aufweisen, in der Regel 12 Volt. Die Spannung eines Lkw ist beispielsweise zu hoch und würde die Elektronik eines Pkw beschädigen.

  1. Rotes Kabel verbinden: Klemmen Sie zuerst eine Zange des roten Kabels an den Pluspol (+) der leeren Batterie des Pannenautos. Verbinden Sie anschließend das andere Ende des roten Kabels mit dem Pluspol der vollen Batterie des Spenderfahrzeugs.
  2. Schwarzes Kabel anschließen: Danach wird das schwarze Kabel an den Minuspol (-) der Spenderbatterie geklemmt. Das andere Ende des schwarzen Kabels darf jedoch nicht an den Minuspol der leeren Batterie. Stattdessen wird es an einem unlackierten, massiven Metallteil im Motorraum des Pannenautos befestigt, einem sogenannten Massepunkt. Dies kann zum Beispiel der Motorblock sein.
  3. Motoren starten: Starten Sie nun den Motor des Spenderfahrzeugs und lassen Sie ihn einige Minuten laufen. Versuchen Sie erst danach, den Motor des Pannenautos zu starten. Wenn es nicht sofort klappt, warten Sie einen Moment und probieren es erneut, aber nicht länger als 15 Sekunden am Stück.

Richtiges Vorgehen nach erfolgreichem Start

Sobald der Motor des Pannenautos läuft, sollten beide Motoren noch für einige Minuten verbunden bleiben. Um Spannungsspitzen zu vermeiden, die empfindliche Elektronik beschädigen könnten, sollten Sie im wieder gestarteten Auto einen größeren Stromverbraucher wie das Gebläse oder die Heckscheibenheizung einschalten. Dadurch wird das Bordnetz stabilisiert.

Das Entfernen der Kabel geschieht in genau umgekehrter Reihenfolge. Zuerst wird das schwarze Kabel vom Massepunkt des Pannenautos und dann vom Minuspol des Spenderautos entfernt. Anschließend lösen Sie das rote Kabel vom Pluspol des Pannenautos und zuletzt vom Spenderfahrzeug.

Wichtige Tipps und häufige Fehler vermeiden

Um die leere Batterie wieder aufzuladen, ist eine längere Fahrt von mindestens 30 Minuten notwendig. Kurze Strecken reichen dafür nicht aus, denn sonst könnte das Fahrzeug beim nächsten Startversuch wieder streiken. Falls die Batterie wiederholt Probleme bereitet, sollte sie in einer Werkstatt überprüft werden, da sie möglicherweise defekt ist.

Der häufigste und gefährlichste Fehler ist das Vertauschen der Pole. Dies kann zu erheblichen Schäden an der Elektronik beider Fahrzeuge führen. Ein weiterer kritischer Fehler ist das Anschließen des schwarzen Kabels an den Minuspol der leeren Batterie. Dabei können Funken entstehen, die hochentzündliches Knallgas entzünden, das sich beim Ladevorgang bilden kann.