Rivian Aktie Analyse: Trotz Top-Zahlen warnt Morgan Stanley jetzt

Trotz solider Produktions- und Auslieferungszahlen für das Jahr 2025 bleibt die US-Investmentbank Morgan Stanley bei ihrer skeptischen Einschätzung der Rivian-Aktie. Eine aktuelle Rivian Aktie Analyse des Hauses warnt vor potenziellen Nachfragerisiken im kommenden Jahr, obwohl der Elektroautohersteller seine eigenen Prognosen erfüllte. Die Analysten behalten daher ihre negative Einstufung bei und sehen deutliches Abwärtspotenzial für den Aktienkurs.

Diese vorsichtige Haltung stützt sich vor allem auf zukünftige Herausforderungen, während die aktuellen Leistungsdaten des Unternehmens eigentlich überzeugen. Der Tesla-Konkurrent steht damit an einem Scheideweg, denn technologische Innovationen könnten kurzfristig die Verkaufszahlen belasten.

Stabile Produktionszahlen treffen auf skeptische Analysten

Der Elektroautohersteller Rivian konnte für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 positive Ergebnisse vorlegen. Im vierten Quartal produzierte das Unternehmen 10.974 Fahrzeuge und lieferte 9.745 davon an Kunden aus. Damit erreichte Rivian eine solide Leistung zum Jahresende.

Auf das Gesamtjahr 2025 bezogen, belief sich die Produktion auf 42.284 Fahrzeuge, während die Auslieferungen mit 42.247 Einheiten nahezu identisch waren. Diese Zahlen liegen im Einklang mit den zuvor kommunizierten Erwartungen des Unternehmens. Dadurch signalisiert Rivian operative Stabilität und die Fähigkeit, seine gesetzten Produktionsziele zu erreichen.

Morgan Stanleys kritische Rivian Aktie Analyse für 2026

Trotz der erfüllten Jahresziele bekräftigte Andrew Percoco, Analyst bei Morgan Stanley, seine „Underweight“-Einstufung für die Rivian-Aktie. Das Kursziel bleibt bei 12,00 US-Dollar, was deutlich unter dem damaligen Kurs von 16,47 US-Dollar liegt. Die Bank sieht also erhebliche Risiken, die den positiven Produktionsdaten gegenüberstehen.

Als Hauptgrund für die Vorsicht nennt der Analyst einen möglichen Nachfragerückgang im Jahr 2026. Dieser könnte durch mehrere Faktoren ausgelöst werden. Zum einen läuft die Steuergutschrift für Elektrofahrzeuge aus, was die Attraktivität für Käufer schmälern könnte. Zum anderen könnte Rivians eigene Technologiestrategie zu Kaufzurückhaltung führen.

Konkret plant Rivian die Einführung einer neuen Hardware- und Autonomieplattform. Morgan Stanley befürchtet, dass viele potenzielle Kunden ihre Kaufentscheidung aufschieben, um auf die fortschrittlichere Technologie zu warten. Dieser Effekt könnte die Nachfrage über weite Teile des Jahres 2026 dämpfen.

Rivians technologische Neuausrichtung im Fokus

Auf seinem „Autonomy & AI Day“ stellte Rivian seine strategische Ausrichtung für die Zukunft vor. Im Kern dieser Strategie steht die sogenannte vertikale Integration. Das bedeutet, dass Rivian wichtige Komponenten wie Chips und Software selbst entwickelt, anstatt sie von Zulieferern zu beziehen. Dadurch will das Unternehmen mehr Kontrolle über die Technologie erlangen und sich vom Wettbewerb abheben.

Ein zentrales Element ist der selbst entwickelte Chip namens Rivian Autonomy Processor (RAP1). Dieser Prozessor ist speziell für künstliche Intelligenz und bildbasierte Systeme optimiert. Er bildet das Herzstück des neuen Autonomy Compute Module 3 (ACM3), das die Rechenleistung für zukünftige Fahrassistenzsysteme bereitstellt.

Zusätzlich wird Rivian seine kommenden R2-Modelle ab Ende 2026 mit LiDAR-Sensoren ausstatten. LiDAR (Light Detection and Ranging) ist eine Technologie, die mittels Laserstrahlen eine präzise dreidimensionale Karte der Umgebung erstellt. Diese Sensoren ergänzen die bisherigen Kameras und Radarsysteme und sollen die Zuverlässigkeit des autonomen Fahrens, besonders in komplexen Verkehrssituationen, erheblich steigern.

Blick auf den Aktienkurs und die Markteinschätzung

Die von Morgan Stanley ausgesprochene „Underweight“-Einstufung ist eine klare Warnung an die Anleger. Eine solche Bewertung bedeutet, dass die Analysten eine unterdurchschnittliche Entwicklung der Aktie im Vergleich zum Gesamtmarkt oder zur Branche erwarten. Das Kursziel von 12,00 US-Dollar unterstreicht diese pessimistische Prognose zusätzlich.

Während Rivian also technologisch in die Offensive geht, könnte genau diese Innovation kurzfristig zum Bumerang für die Verkaufszahlen werden. Die Diskrepanz zwischen operativer Stärke im Jahr 2025 und den befürchteten Nachfragelücken im Jahr 2026 bleibt somit der entscheidende Faktor für die weitere Entwicklung der Rivian-Aktie.

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