Xpengs KI-Strategie: So will der Konzern Tesla überholen

Der chinesische Elektroautohersteller Xpeng will sich zu einem weltweit führenden Technologiekonzern im Bereich der künstlichen Intelligenz entwickeln. Während viele Wettbewerber noch über die Machbarkeit von autonomen Fahrzeugen diskutieren, richtet Xpeng seinen Fokus bereits auf personalisierte Fahrerlebnisse und eine umfassende KI-gestützte Mobilität. Das Unternehmen investiert daher massiv in die eigene Forschung und Entwicklung, um Konkurrenten wie Tesla technologisch zu überholen.

Kern dieser Strategie ist eine selbstentwickelte, ganzheitliche KI-Architektur. Diese umfasst sowohl die Hard- als auch die Software, von eigenen Rechenchips bis hin zum Betriebssystem im Fahrzeug. Dadurch will das Unternehmen schnellere Innovationszyklen erreichen und neue Funktionen zügig in die Serienproduktion bringen. Ein zentrales Element ist dabei die kontinuierliche Verbesserung der Systeme durch gesammelte Daten aus der realen Fahrzeugnutzung.

Xpengs KI-Technologie als Motor der Innovation

Xpeng definiert seine Fahrzeuge zunehmend über künstliche Intelligenz statt über traditionelle mechanische Eigenschaften. Das Unternehmen setzt auf sogenannte „End-to-End“-Lernmodelle. Das sind KI-Systeme, die aus Rohdaten lernen und Entscheidungen treffen, die menschlichem Verhalten ähneln. Diese Technologie ist die Basis für fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme (ADAS) und das autonome Fahren.

Ein Beispiel ist der „AI Valet Driver“, eine Funktion, die sich wiederholende Strecken, wie den täglichen Arbeitsweg, merkt und diese anschließend selbstständig fährt. Um die dafür nötige Rechenleistung zu erbringen, entwickelt Xpeng eigene Prozessoren wie den „Turing“-Chip. Dieser soll deutlich leistungsfähiger sein als bisher verbaute Komponenten und ist für autonomes Fahren auf Level 4 ausgelegt, bei dem das Fahrzeug die meisten Fahraufgaben eigenständig bewältigen kann.

Die gesammelten Fahrdaten fließen kontinuierlich in die Weiterentwicklung der KI ein. Das Unternehmen betreibt dafür spezielle Rechenzentren, die Algorithmen trainieren und verbessern. Die optimierte Software wird dann über Funk-Updates (Over-the-Air, OTA) an die Fahrzeuge verteilt, wodurch sich deren Fähigkeiten stetig erweitern.

Vom E-Auto zum umfassenden Mobilitäts-Ökosystem

Die Ambitionen von Xpeng gehen weit über das Auto hinaus. Das Unternehmen arbeitet an einem umfassenden Ökosystem, das neben intelligenten Elektrofahrzeugen auch humanoide Roboter und Flugautos umfasst. Alle diese Bereiche sollen durch eine gemeinsame KI-Plattform angetrieben werden, was Synergien in der Entwicklung ermöglicht.

So wurde bereits der humanoide Roboter „Iron“ vorgestellt, der bis 2026 serienreif sein soll. Auch ein modulares Flugauto, eine Kombination aus Fahr- und Flugmodul, befindet sich in der Entwicklung und soll ebenfalls 2026 auf den Markt kommen. Diese Projekte zeigen, dass Xpeng Mobilität ganzheitlich denkt und sich als umfassender Technologieanbieter positionieren möchte.

Globale Expansion und Wettbewerb mit Tesla

Xpeng treibt seine weltweite Expansion energisch voran und ist bereits in über 30 Ländern aktiv, darunter auch in mehreren europäischen Märkten wie Deutschland. Mit einer wachsenden Ladeinfrastruktur und lokal angepassten Software-Lösungen will das Unternehmen seine Position stärken. In einigen europäischen Ländern gehört Xpeng bereits zu den meistverkauften chinesischen Premium-Elektromarken.

Der direkte Vergleich mit Tesla ist dabei allgegenwärtig. Xpeng folgt einer ähnlichen Strategie der vertikalen Integration, also der Kontrolle über alle wichtigen Technologiekomponenten. In bestimmten Bereichen, wie bei der Entwicklung humanoider Roboter oder dem geplanten Start von Robotaxi-Diensten, will Xpeng sogar schneller sein als der US-Konkurrent. Das Ziel ist klar: die Technologieführerschaft im Zukunftsmarkt der KI-definierten Mobilität zu übernehmen.