Der Volkswagen-Konzern hat einen umfassenden Rückruf gestartet, da bei vielen Fahrzeugen eine ernsthafte Brandgefahr besteht. Eine unzureichend befestigte Motorabdeckung kann sich lösen und auf heiße Motorteile fallen, was im schlimmsten Fall zu einem Feuer führen kann. Aus diesem Grund ist es für betroffene Fahrzeughalter wichtig, die Hintergründe des Problems zu verstehen und schnell zu handeln, um mögliche Schäden zu vermeiden.
Von diesem VW Rückruf wegen Brandgefahr sind nicht nur die Kernmarke Volkswagen, sondern auch weitere Konzernmarken wie Audi, Seat und Škoda betroffen. Die Problematik erstreckt sich über diverse beliebte Modelle, die zwischen 2020 und 2022 hergestellt wurden. Dazu zählen unter anderem der VW Golf, Passat, Tiguan und T-Roc sowie der Audi Q3, Škoda Octavia und Seat Leon.
Das steckt hinter dem VW Rückruf wegen Brandgefahr
Die Ursache für die mögliche Brandgefahr liegt in der Konstruktion der Motor-Designabdeckung. Dieses Bauteil dient hauptsächlich optischen Zwecken und soll den Motorraum aufgeräumt wirken lassen. Allerdings kann sich diese Abdeckung bei bestimmten Motoren durch Vibrationen während der Fahrt lockern und verrutschen.
Wenn die lose Abdeckung mit extrem heißen Bauteilen wie dem Abgasturbolader in Berührung kommt, kann das Plastik schmelzen und sich entzünden. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) warnt deshalb vor dem Risiko und hat bereits mehrere Fälle registriert, in denen es zu einem Brand gekommen ist. Weltweit sind über 100.000 Fahrzeuge von dieser Problematik betroffen, davon allein in Deutschland mehrere zehntausend.
So sollten betroffene Fahrzeughalter reagieren
Fahrzeughalter, deren Autos von dem Rückruf betroffen sind, werden schriftlich vom Hersteller oder dem KBA informiert. Die Reparatur in der Werkstatt ist für die Kunden kostenlos. Allerdings gestaltet sich die Maßnahme zweistufig, da die neu konstruierten, sichereren Abdeckungen nicht sofort verfügbar waren.
Im ersten Schritt wird die mangelhafte Motorabdeckung in der Werkstatt entfernt, was nur wenige Minuten dauert. Dadurch ist die unmittelbare Brandgefahr gebannt. Zu einem späteren Zeitpunkt werden die Halter erneut kontaktiert, um die verbesserte Abdeckung montieren zu lassen.
- Prüfen Sie, ob Ihr Fahrzeug betroffen ist: Informationen dazu finden Sie in der Datenbank des KBA oder Sie kontaktieren Ihre Vertragswerkstatt.
- Vereinbaren Sie einen Werkstatttermin: Lassen Sie die Abdeckung so schnell wie möglich entfernen, auch wenn es sich nur um eine vorläufige Maßnahme handelt.
- Sicherheitsmaßnahme für technisch Versierte: Laut ADAC können erfahrene Schrauber die Abdeckung auch selbst entfernen, da sie meist nur aufgesteckt ist. Dies ersetzt jedoch nicht den offiziellen Werkstattbesuch.
Unterschied zu Rückrufen bei Hybrid-Modellen
Parallel zu dem Problem mit der Motorabdeckung gibt es weitere Rückrufe für Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge des VW-Konzerns, wie zum Beispiel den VW Touareg. Hier besteht ebenfalls eine Brandgefahr, die jedoch von der Hochvoltbatterie ausgeht. Ein möglicher Kurzschluss während des Ladevorgangs kann zur Überhitzung führen.
Bei diesen Fahrzeugen besteht die Lösung in einem Software-Update für das Batteriemanagementsystem, wodurch die Temperaturüberwachung verbessert wird. Es ist daher wichtig, genau zu prüfen, welcher Rückruf das eigene Fahrzeug betrifft, da sich die Ursachen und die erforderlichen Maßnahmen deutlich unterscheiden.
