OGE-Deal mit Snam gescheitert: Folgen für die Energie-Kooperation

Der geplante Einstieg des italienischen Gasnetzbetreibers Snam beim deutschen Fernleitungsnetzbetreiber Open Grid Europe (OGE) ist überraschend gescheitert. Obwohl die Verhandlungen bereits weit fortgeschritten waren, konnte letztlich keine Einigung über die finanziellen Bedingungen erzielt werden. Damit zerschlägt sich die Hoffnung auf eine engere deutsch-italienische Energiepartnerschaft in diesem Bereich vorerst.

Snam hatte beabsichtigt, einen Minderheitsanteil an OGE zu erwerben. Das deutsche Unternehmen betreibt das größte Ferngasleitungsnetz in Deutschland und spielt daher eine zentrale Rolle für die Energieversorgung. Ein Einstieg von Snam hätte die Zusammenarbeit beider Länder im Gassektor gestärkt, zumal beide an der Entwicklung einer Pipeline für Wasserstoff aus Nordafrika über Italien nach Deutschland interessiert sind.

Hintergründe zum geplatzten Snam OGE Einstieg

Die Verhandlungen zwischen Snam und dem OGE-Gesellschafterkonsortium, zu dem unter anderem der Versicherungskonzern Allianz und die australische Macquarie-Gruppe gehören, liefen bereits seit einiger Zeit. Informierten Kreisen zufolge scheiterte der Deal letztendlich an unterschiedlichen Preisvorstellungen. Die geforderte Bewertung für den OGE-Anteil war Snam offenbar zu hoch, weshalb der italienische Konzern von dem Vorhaben Abstand nahm.

Die OGE-Eigentümer hatten bereits im Jahr 2022 versucht, Anteile zu veräußern, allerdings fanden sich damals keine geeigneten Käufer. Der nun geplatzte Verkauf an Snam stellt einen weiteren Rückschlag für diese Pläne dar. Dennoch bleibt OGE ein strategisch wichtiges Unternehmen, insbesondere im Hinblick auf den zukünftigen Transport von Wasserstoff, der als Energieträger der Zukunft gilt.

Bedeutung für die deutsch-italienische Energie-Kooperation

Trotz des gescheiterten Einstiegs bei OGE halten Deutschland und Italien an ihren gemeinsamen Energieplänen fest. Ein zentrales Projekt ist der sogenannte „Süd-H2-Korridor“, eine Pipeline, die ab 2030 grünen Wasserstoff von Nordafrika nach Europa transportieren soll. OGE und Snam sind beide an der Realisierung dieses Vorhabens beteiligt und werden ihre Zusammenarbeit dort fortsetzen.

Außerdem plant Snam weiterhin, in den deutschen Markt zu investieren. Der Konzern hat bereits im vergangenen Jahr den ebenfalls in Deutschland tätigen Fernleitungsnetzbetreiber Terranets BW erworben. Dieses Engagement zeigt, dass der deutsche Energiemarkt für Snam auch ohne eine OGE-Beteiligung strategisch wichtig bleibt, während der Fokus auf den Ausbau der Infrastruktur für Wasserstoff zunimmt.