KI Texte erkennen: Warum der Gedankenstrich nicht mehr hilft

Texte, die von einer Künstlichen Intelligenz (KI) wie ChatGPT erstellt wurden, lassen sich oft an bestimmten Mustern erkennen. Ein auffälliges Merkmal war lange Zeit ein spezieller Gedankenstrich, der als verräterisches Zeichen galt. Allerdings lernt die KI dazu und kann dieses Erkennungsmerkmal mittlerweile umgehen, weshalb eine genaue Prüfung von Texten immer wichtiger wird.

Der verräterische Gedankenstrich als Erkennungsmerkmal

Lange Zeit war es möglich, von ChatGPT erstellte Texte durch die Analyse eines bestimmten Gedankenstrichs zu identifizieren. Die KI nutzte häufig einen Halbgeviertstrich (–) anstelle des kürzeren, üblichen Bindestrichs (-). Dieser Unterschied ist für das menschliche Auge kaum sichtbar, konnte aber durch eine einfache Computersuche schnell aufgedeckt werden.

Dieser spezielle Gedankenstrich, auch En-Dash genannt, wird im Deutschen korrekt für Einschübe oder als Bis-Strich verwendet. ChatGPT setzte ihn jedoch oft fehlerhaft an Stellen ein, wo ein normaler Bindestrich hingehört hätte. Dadurch wurde der Strich zu einem Indiz dafür, dass ein Text nicht von einem Menschen geschrieben wurde.

Wie die KI dazulernt und das Merkmal verschwindet

Entwickler und Nutzer machten die Entwickler von OpenAI auf dieses Muster aufmerksam. Infolgedessen wurde das Sprachmodell so trainiert, dass es den Gedankenstrich korrekt verwendet oder ganz vermeidet. Neuere Versionen von ChatGPT machen diesen speziellen Fehler daher deutlich seltener, wodurch die Erkennung von KI-Texten allein anhand dieses Merkmals erschwert wird.

Die Anpassungsfähigkeit der KI zeigt, wie schnell solche Systeme lernen, menschliches Schreibverhalten besser zu imitieren. Während anfangs einfache Tricks zur Identifizierung ausreichten, sind heute komplexere Analysen notwendig. Es ist daher ein ständiger Wettlauf zwischen der Weiterentwicklung von KI-Modellen und den Methoden, ihre Erzeugnisse zu erkennen.

Tipps zur Erkennung von KI-generierten Texten

Obwohl der Trick mit dem Gedankenstrich nicht mehr zuverlässig funktioniert, gibt es weiterhin Anhaltspunkte, um KI-Texte zu identifizieren. Ein wichtiger Hinweis ist oft ein übermäßig formeller oder repetitiver Sprachstil. KI-Systeme neigen dazu, bestimmte Phrasen oder Satzstrukturen wiederholt zu verwenden, was unnatürlich wirken kann.

Außerdem fehlt es den Texten manchmal an persönlicher Tiefe oder originellen Gedanken, denn die KI kombiniert lediglich bereits vorhandene Informationen. Achten Sie daher auf inhaltliche Widersprüche oder sehr allgemeine Aussagen ohne konkrete Beispiele. Eine kritische Prüfung des Inhalts bleibt somit das wichtigste Werkzeug.