Teuerste Einkaufsstraßen der Welt: London stürmt an die Spitze

Die Mieten für Top-Ladenflächen in den besten Lagen der Welt sind im vergangenen Jahr kräftig gestiegen, weshalb sich die Rangliste der teuersten Einkaufsstraßen der Welt verändert hat. Ein aktueller Bericht des Immobiliendienstleisters Cushman & Wakefield zeigt, dass die globalen Spitzenmieten im Schnitt um 4,8 Prozent zugelegt haben. Diese Entwicklung unterstreicht die Erholung des Einzelhandels nach der Pandemie, obwohl die regionalen Unterschiede weiterhin groß sind.

Neuer Spitzenreiter in Europa

Die New Bond Street in London hat sich an die Weltspitze gesetzt und ist nun die teuerste Einkaufsmeile weltweit. Sie löst damit die Upper Fifth Avenue in New York ab, die lange Zeit diesen Titel innehatte. Der Anstieg der Mieten in London war besonders deutlich, während die Preise in New York stabil blieben. Dadurch kam es zu diesem Wechsel an der Spitze des globalen Rankings.

In der Londoner New Bond Street müssen Einzelhändler nun eine jährliche Spitzenmiete von umgerechnet 24.809 Euro pro Quadratmeter zahlen. Im Vergleich dazu liegt die Upper Fifth Avenue in New York mit 23.015 Euro pro Quadratmeter nun auf dem zweiten Platz. Auf dem dritten Platz folgt die Via Montenapoleone in Mailand, wo die Mieten um beeindruckende 20 Prozent auf 20.000 Euro pro Quadratmeter gestiegen sind.

Die Situation in Deutschland

Während die Mieten in den globalen Metropolen anziehen, zeigt sich in Deutschland ein anderes Bild. Die teuerste deutsche Einkaufsstraße ist die Maximilianstraße in München mit einer Jahresmiete von 4.980 Euro pro Quadratmeter. Sie belegt damit im weltweiten Vergleich allerdings nur den 25. Platz. Dies verdeutlicht den deutlichen Abstand zu den internationalen Top-Standorten.

Andere deutsche Städte wie Berlin, Hamburg oder Düsseldorf liegen noch weiter hinten. Der Kurfürstendamm in Berlin kommt beispielsweise auf 4.620 Euro pro Quadratmeter. Diese Zahlen zeigen, dass der deutsche Markt für Luxus-Einzelhandelsflächen im internationalen Kontext eine geringere Dynamik aufweist, obwohl auch hier eine leichte Erholung spürbar ist.

Globale Trends und regionale Unterschiede

Die Analyse der teuersten Einkaufsstraßen der Welt macht deutliche regionale Unterschiede sichtbar. Während die Mieten im asiatisch-pazifischen Raum um 5,3 Prozent und in Europa sogar um 7,2 Prozent stiegen, gab es in Nord- und Südamerika nur einen leichten Zuwachs von 1,2 Prozent. Die stärksten Zuwächse verzeichneten Städte wie Mailand und Neu-Delhi.

Die Studie hebt hervor, dass vor allem der Luxussektor die treibende Kraft hinter dieser Entwicklung ist. Luxusmarken investieren weiterhin stark in physische Geschäfte an prestigeträchtigen Standorten, denn diese dienen nicht nur dem Verkauf, sondern auch als wichtige Marketinginstrumente. Deshalb bleiben die Mieten in diesen exklusiven Lagen trotz des wachsenden Online-Handels auf einem sehr hohen Niveau.