Eine massive Webland Störung sorgt seit Tagen für erhebliche Probleme bei zahlreichen Kunden des Schweizer Hostinganbieters. Viele Webseiten und E-Mail-Dienste sind seit dem 19. November nur eingeschränkt oder gar nicht erreichbar, was besonders für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) inmitten des wichtigen Vorweihnachtsgeschäfts schwerwiegende Folgen hat. Der Ausfall offenbart die Abhängigkeit von einer funktionierenden digitalen Infrastruktur.
Ursache der Störung bei Webland
Auslöser der tagelangen Ausfälle war ein Hardwaredefekt in einem zentralen Speichersystem, einem sogenannten Storage-Cluster. Solche Cluster sind dafür verantwortlich, die Daten von Webseiten und E-Mail-Postfächern zu speichern und abrufbar zu machen. Der Defekt dieser Komponente führte zu einem weitreichenden Systemausfall bei dem Hoster, der seit 2022 zur schwedischen Miss Group gehört.
Die Situation verschärfte sich, als während der Wiederherstellungsarbeiten auch ein zweites Storage-Cluster ausfiel. Daraufhin musste das Unternehmen einen umfangreichen Notfallplan zur Datenrettung, ein sogenanntes Disaster Recovery, einleiten. Die Techniker arbeiten seither daran, die Daten auf eine neue, stabile Infrastruktur zu migrieren, allerdings gestalteten sich diese Bemühungen als kompliziert und zeitaufwendig.
Folgen für betroffene Unternehmen
Für die Kunden von Webland, zu denen laut Unternehmensangaben über 75.000 Domains gehören, sind die Auswirkungen gravierend. Viele Firmen waren praktisch von der digitalen Außenwelt abgeschnitten, da ihre Webseiten nicht mehr erreichbar waren und der E-Mail-Verkehr ausfiel. Dies führte nicht nur zu direkten Umsatzeinbußen, sondern auch zu einem erheblichen Vertrauensverlust.
Zusätzlich erschwerte die zeitweise Unerreichbarkeit der Service-Hotline die Kommunikation für betroffene Kunden, die auf Informationen zum Stand der Behebung angewiesen waren. Obwohl Webland zwischenzeitlich Teilerfolge bei der Wiederherstellung einzelner Dienste meldete, blieben Leistungseinbußen und Verzögerungen ein fortwährendes Problem. Eine genaue Prognose, wann alle Systeme wieder vollständig und stabil laufen, konnte das Unternehmen lange Zeit nicht geben.
Ablauf der Wiederherstellung
Die Behebung der Webland Störung erwies sich als komplexer Prozess, der in mehreren Phasen verlief. Zunächst versuchten Techniker, die defekte Hardware zu ersetzen, was jedoch durch fehlende Ersatzteile erschwert wurde. Daraufhin wurde die Migration auf eine neue Infrastruktur eingeleitet, die jedoch durch den zweiten Cluster-Ausfall unterbrochen werden musste.
Der Fokus lag anschließend auf der Sicherung und dem Transfer der Kundendaten auf die neue Umgebung. Diese Arbeiten wurden durch weitere technische Probleme, wie einen überhitzten Controller, zusätzlich verlangsamt. Trotz regelmäßiger Status-Updates blieb für viele Kunden lange unklar, wann sie wieder mit einem uneingeschränkten Service rechnen konnten, da der Vorfall auf der Statusseite des Unternehmens über Tage als ungelöst geführt wurde.
