Der menschliche Alterungsprozess verläuft nicht gleichmäßig, sondern in Schüben. Eine Studie der Stanford University zeigt, dass es im Leben drei Phasen gibt, in denen sich die biologische Alterung deutlich beschleunigt. Diese Erkenntnis bietet neue Perspektiven für das Verständnis altersbedingter Krankheiten und deren Vorbeugung.
So funktioniert das Altern in Schüben
Forscher haben herausgefunden, dass das Altern kein kontinuierlicher Prozess ist. Stattdessen kommt es in bestimmten Lebensabschnitten zu sprunghaften Veränderungen. Diese Entwicklung lässt sich an der Konzentration von Proteinen im Blutplasma ablesen. Das Blutplasma ist der flüssige Anteil des Blutes ohne Blutzellen und transportiert unter anderem Eiweiße, also Proteine.
Die Studie analysierte das Blutplasma von über 4.000 Menschen im Alter von 18 bis 95 Jahren. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass sich die Zusammensetzung der Proteine in drei bestimmten Altersstufen besonders stark verändert. Diese wellenförmigen Veränderungen deuten darauf hin, dass der Körper in diesen Phasen tiefgreifende biologische Umstellungen durchläuft.
Drei entscheidende Phasen im Alterungsprozess
Die Untersuchung identifizierte drei Schlüsselmomente, in denen sich der Alterungsprozess beschleunigt. Diese treten im Durchschnitt im Alter von 34, 60 und 78 Jahren auf. Während dieser Phasen verändert sich die Menge Hunderter verschiedener Proteine im Blutplasma erheblich, was weitreichende Folgen für den gesamten Organismus hat.
Jede dieser Wellen markiert einen Wendepunkt, an dem sich wesentliche Körperfunktionen verändern. So konnten die Forscher beobachten, dass sich im mittleren Alter vor allem Stoffwechselprozesse umstellen. In den späteren Phasen sind dann häufiger Veränderungen im Immunsystem oder bei der Zellregeneration zu erkennen.
Warum diese Erkenntnis wichtig ist
Das Wissen über das Altern in Schüben ist für die Medizin von großer Bedeutung. Da Proteine zentrale Aufgaben im Körper übernehmen, können Veränderungen in ihrer Zusammensetzung auf den Zustand des Körpers hinweisen. Ein Ungleichgewicht kann beispielsweise ein frühes Anzeichen für altersbedingte Erkrankungen sein.
Durch die Analyse der Blutproteine könnte es zukünftig möglich sein, das biologische Alter eines Menschen genauer zu bestimmen. Außerdem ließe sich erkennen, ob bestimmte Organe schneller altern als andere. Solche Informationen könnten helfen, Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Alzheimer früher zu erkennen und gezielter vorzubeugen.
Was man selbst tun kann
Obwohl diese Alterungsschübe biologisch bedingt sind, ist man ihnen nicht hilflos ausgeliefert. Eine gesunde Lebensweise kann den Alterungsprozess positiv beeinflussen. Ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und der Verzicht auf schädliche Einflüsse wie Rauchen sind dabei zentrale Bausteine.
Besonders im fortgeschrittenen Alter wird gezieltes Training wichtig, denn der Körper verliert zunehmend an Muskelmasse. Krafttraining kann diesem Abbau entgegenwirken und gleichzeitig entzündungshemmend wirken sowie Hormone stabilisieren. Dadurch lässt sich die Lebensqualität lange erhalten und das Risiko für typische Alterskrankheiten reduzieren.
