Das steckt hinter dem S-Pedelec Verbot in Deutschland
Die Europäische Union hat die technischen Vorschriften für schnelle E-Bikes verschärft, was sich direkt auf den deutschen Markt auswirkt. Konkret geht es um die sogenannte Nenndauerleistung des Motors, also die Leistung, die der Motor über einen Zeitraum von 30 Minuten konstant abgeben kann. Bisher waren hier deutlich höhere Werte erlaubt, wodurch einige S-Pedelecs eine sehr starke Beschleunigung erreichten.
Ab 2026 gilt jedoch eine neue Obergrenze. Die Motorleistung von S-Pedelecs darf dann maximal das Vierfache der eigenen Tretleistung des Fahrers betragen. Diese Regelung soll die Sicherheit erhöhen und die Fahrzeuge technisch stärker an die Kategorie der Kleinkrafträder angleichen, zu der sie rechtlich bereits gehören.
Welche Modelle sind konkret betroffen?
Ein prominentes Beispiel für ein betroffenes Modell ist das Opium S6. Dessen Motor übersteigt die zukünftig erlaubte Leistungsgrenze deutlich und darf deshalb ab dem Stichtag in der EU und somit auch in Deutschland nicht mehr neu zugelassen werden. S-Pedelecs sind Fahrräder mit Tretunterstützung bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h.
Fahrer solcher schnellen E-Bikes benötigen eine Fahrerlaubnis der Klasse AM, ein Versicherungskennzeichen und müssen einen Helm tragen. Außerdem dürfen sie Radwege nur dann benutzen, wenn diese explizit für Mofas freigegeben sind, was in der Praxis selten der Fall ist.
Was bedeutet die Neuregelung für Besitzer und Käufer?
Wer bereits ein S-Pedelec besitzt, das die neuen Kriterien nicht erfüllt, profitiert vom Bestandsschutz. Das bedeutet, bereits zugelassene Fahrzeuge dürfen weiterhin legal auf der Straße gefahren werden. Allerdings könnte der Wiederverkaufswert solcher Modelle in Zukunft sinken.
Interessenten, die mit dem Kauf eines besonders leistungsstarken S-Pedelecs liebäugeln, sollten sich hingegen beeilen. Ein Kauf und eine Zulassung sind nur noch bis Ende 2025 möglich, bevor das S-Pedelec Verbot in Deutschland für Neufahrzeuge dieser Art greift. Hersteller müssen ihre zukünftigen Modelle technisch an die neuen Vorgaben anpassen, was zu einer veränderten Fahrdynamik führen wird.
