Indonesiens neue Hauptstadt Nusantara: Scheitert das Prestigeprojekt?

Indonesien baut mit Nusantara eine komplett neue Hauptstadt mitten im Dschungel von Borneo. Das gigantische Projekt soll die bisherige Metropole Jakarta entlasten, allerdings stockt der Fortschritt erheblich. Statt einer modernen Vorzeigestadt gleicht das Areal oft einer Geisterstadt, denn viele Bauarbeiten ruhen und nur wenige Menschen sind vor Ort.

Die Verlegung der Hauptstadt ist ein Prestigeprojekt des scheidenden Präsidenten Joko Widodo. Es soll helfen, die massiven Umweltprobleme von Jakarta zu lösen. Die jetzige Hauptstadt kämpft mit Überbevölkerung, starker Luftverschmutzung und sinkenden Landmassen, weshalb sie immer häufiger von Überschwemmungen bedroht ist.

Warum die neue Hauptstadt Nusantara stockt

Eigentlich sollten bereits Tausende Beamte in die neue Stadt umziehen, doch die Realität sieht anders aus. Viele Gebäude sind noch nicht fertiggestellt und wichtige Infrastruktur wie Wasser- und Stromversorgung fehlt teilweise. Dadurch verzögert sich der geplante Umzug der Regierung immer weiter.

Ein zentrales Problem ist die Finanzierung des Projekts, dessen Kosten auf über 30 Milliarden Euro geschätzt werden. Ursprünglich sollten private Investoren einen Großteil der Summe tragen, aber deren Interesse ist bisher gering. Deshalb musste der Staat mit deutlich mehr öffentlichen Geldern einspringen, was den Staatshaushalt stark belastet.

Zusätzlich erschweren logistische Herausforderungen den Baufortschritt. Das Baumaterial muss aufwendig in die abgelegene Region transportiert werden. Außerdem gibt es Kritik von Umweltschützern, die die Zerstörung von Regenwald und die Gefährdung seltener Tierarten wie der Orang-Utans anprangern.

So geht es mit dem Projekt weiter

Trotz der Schwierigkeiten hält die indonesische Regierung an den Plänen für Indonesiens neue Hauptstadt Nusantara fest. Der offizielle Umzug soll schrittweise erfolgen, sobald die grundlegende Infrastruktur steht. Am Nationalfeiertag im August soll eine Zeremonie in Nusantara den Willen zur Fortsetzung des Projekts demonstrieren.

Die Zukunft der Planstadt hängt stark vom politischen Willen des neuen Präsidenten Prabowo Subianto ab. Er hat zwar zugesagt, das Projekt seines Vorgängers fortzuführen, allerdings bleibt abzuwarten, ob er die notwendigen finanziellen und politischen Mittel bereitstellen wird.

Ob Nusantara jemals die Vision einer grünen und nachhaltigen Metropole erfüllen kann, ist daher weiterhin unklar. Die kommenden Monate werden zeigen, ob das ambitionierte Vorhaben gelingt oder ob es eine der größten Bauruinen der Welt wird.