Der Online-Handelsriese Amazon setzt seinen Sparkurs fort und kündigt eine zweite große Entlassungswelle innerhalb weniger Monate an. Dieses Mal sind weltweit 16.000 Stellen betroffen, was den massiven Personalabbau im Unternehmen weiter verschärft. Der Schritt unterstreicht die Bemühungen des Konzerns, seine internen Strukturen zu verschlanken und sich auf die zukünftigen wirtschaftlichen Herausforderungen vorzubereiten. Für viele Mitarbeiter bedeutet diese Entwicklung eine Zeit großer Unsicherheit.
Diese Maßnahme folgt auf eine bereits im vergangenen Oktober durchgeführte Kündigungsrunde, bei der 14.000 Arbeitsplätze gestrichen wurden. Damit hat Amazon in kurzer Zeit den Abbau von insgesamt 30.000 Stellen beschlossen. Der umfassende Amazon Stellenabbau zielt darauf ab, die Effizienz im gesamten Unternehmen zu steigern, während gleichzeitig Kosten gesenkt werden.
Hintergründe des erneuten Personalabbaus
In einer offiziellen Mitteilung erklärte Beth Galetti, Senior Vice President für People Experience and Technology, die strategischen Beweggründe. Demnach will das Unternehmen weiterhin „Hierarchieebenen reduzieren, die Eigenverantwortung stärken und Bürokratie abbauen“. Diese Ziele wurden bereits im Zuge der ersten Entlassungswelle im Herbst kommuniziert, weshalb die jetzige Entscheidung eine konsequente Fortsetzung dieser Strategie darstellt.
Der Konzern reagiert mit diesen Maßnahmen auf ein verändertes wirtschaftliches Umfeld, das viele Technologieunternehmen zu Umstrukturierungen zwingt. Während der Pandemie hatte Amazon massiv Personal aufgebaut, um die stark gestiegene Nachfrage zu bewältigen. Nun passt das Unternehmen seine Kapazitäten an eine normalisierte Marktlage an, was den jetzigen Stellenabbau notwendig macht.
Welche Bereiche sind vom Amazon Stellenabbau betroffen?
Obwohl Amazon keine detaillierte Aufschlüsselung der betroffenen Abteilungen veröffentlichte, geben Berichte erste Einblicke. Demnach sollen die Kürzungen schwerpunktmäßig in den Sparten Amazon Web Services (AWS), im Einzelhandel, bei Prime Video sowie in den Personalabteilungen erfolgen. Diese Bereiche waren teilweise bereits von der ersten Kündigungswelle betroffen.
AWS ist die Cloud-Computing-Sparte des Unternehmens und gilt als einer der wichtigsten Umsatz- und Gewinnbringer. Dass selbst hier Stellen gestrichen werden, verdeutlicht die Ernsthaftigkeit der Restrukturierungspläne. Unklar bleibt vorerst, ob auch die Gaming-Sparte von den neuen Kürzungen betroffen sein wird. Diese Abteilung war im Oktober ebenfalls von Entlassungen betroffen, jedoch gibt es hierzu noch keine aktuellen Informationen von Amazon.
So unterstützt Amazon die betroffenen Mitarbeiter
Für die gekündigten Mitarbeiter hat das Unternehmen ein Unterstützungspaket geschnürt. In den USA erhalten die meisten Betroffenen eine Frist von 90 Tagen, um sich auf eine neue, offene Stelle innerhalb des Konzerns zu bewerben. Dieser Zeitraum soll ihnen die Möglichkeit geben, eine alternative Position zu finden und im Unternehmen zu verbleiben.
Für diejenigen, die keine neue Stelle finden können oder sich dagegen entscheiden, sind weitere Unterstützungsleistungen vorgesehen. Dazu gehören Abfindungszahlungen, die helfen sollen, die finanzielle Übergangsphase zu überbrücken. Außerdem bietet Amazon sogenannte „Outplacement-Services“ an, also professionelle Hilfe bei der Suche nach einem neuen Job bei einem anderen Arbeitgeber. Je nach Standort und geltendem Recht können zudem die Krankenversicherungsleistungen für einen bestimmten Zeitraum fortgeführt werden.
Strategische Neuausrichtung trotz Kündigungen
Trotz des umfassenden Stellenabbaus betonte das Management, dass die Entlassungen nicht den Beginn eines regelmäßigen Zyklus von Kürzungen darstellen. Vielmehr werde jedes Team kontinuierlich seine Strukturen und Kapazitäten überprüfen, um schnell und erfinderisch auf Kundenbedürfnisse reagieren zu können. Diese Agilität sei in der sich schnell verändernden Welt wichtiger denn je.
Gleichzeitig stellte das Unternehmen klar, dass es weiterhin in strategisch wichtigen Bereichen investieren und gezielt neue Mitarbeiter einstellen werde. Der Fokus liegt dabei auf Funktionen und Geschäftsfeldern, die für die Zukunft von Amazon als kritisch angesehen werden. Dadurch will der Konzern sicherstellen, dass er trotz der aktuellen Sparmaßnahmen langfristig wettbewerbsfähig bleibt und Innovationskraft beweist.
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