Riera Debüt Eintracht Frankfurt – Spätes Drama kostet den Sieg

Das Riera Debüt Eintracht Frankfurt endete mit einer Punkteteilung in der Hauptstadt. Beim ersten Spiel unter dem neuen Trainer Albert Riera kamen die Hessen bei Union Berlin nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Nachdem die Partie lange Zeit ereignisarm verlief, sorgte eine dramatische Schlussphase mit einem späten Führungstreffer, einem Elfmeter und einem Platzverweis für die entscheidenden Momente.

Kaum personelle Änderungen beim Riera Debüt Eintracht Frankfurt

Trotz des Trainerwechsels setzte Albert Riera auf Kontinuität und veränderte seine Startelf im Vergleich zum vorherigen Spiel nur minimal. So ersetzte Oscar Höjlund den gesperrten Ellyes Skhiri im Mittelfeld, während Farès Chaibi für Aurèle Amenda in die Mannschaft rückte. Diese geringfügigen Anpassungen bedeuteten außerdem, dass Kaua Santos weiterhin das Vertrauen im Tor erhielt.

Obwohl Riera angekündigt hatte, den Torhüter im Spielaufbau entlasten zu wollen, wurde Santos sofort gefordert. Der Anstoß wurde direkt zu ihm zurückgespielt, sodass er unmittelbar Ballkontakt hatte. Eine taktische Besonderheit zeigte sich auf der linken Abwehrseite, denn der etatmäßige Verteidiger Nathaniel Brown agierte auffallend offensiv und war häufig in der gegnerischen Hälfte zu finden, während Chaibi sich zur Absicherung fallen ließ.

Spielunterbrechung und eine verhaltene erste Halbzeit

In den Anfangsminuten passierte auf dem Spielfeld wenig, dafür umso mehr auf den Rängen. Die Fans von Union Berlin feierten das 60-jährige Bestehen ihres Vereins mit einer beeindruckenden Choreografie und zündeten dabei zahlreiche pyrotechnische Gegenstände. Der dadurch entstehende dichte Rauch führte zu einer rund siebenminütigen Spielunterbrechung.

Auch nach der Fortsetzung der Partie blieben fußballerische Höhepunkte Mangelware. Die Eintracht präsentierte sich defensiv zwar deutlich stabiler als zuletzt, agierte in der Offensive allerdings sehr harmlos. Die gefährlichsten Aktionen der Frankfurter waren ein Schuss von Arnaud Kalimuendo aus spitzem Winkel, der deutlich im Seitenaus landete, und ein Distanzschuss von Chaibi.

Auf der Gegenseite musste Torhüter Santos bei einer Direktabnahme von Aljoscha Kemlein eingreifen und den Ball über die Latte lenken. Kurz darauf vergab Ilyas Ansah nach einem Fehler von Robin Koch eine Großchance, als er überhastet abschloss, anstatt alleine auf das Tor zuzulaufen. Für eine unschöne Szene sorgte zudem Arthur Theate, der nach einem hohen Bein seines Gegenspielers einen nicht vorhandenen Gesichtstreffer simulierte.

Dramatische Schlussphase nach langem Stillstand

Zu Beginn der zweiten Hälfte setzte sich das Bild der ersten Halbzeit fort. Frankfurt verzeichnete viel Ballbesitz, fand jedoch kaum kreative Lösungen gegen die gut organisierte Berliner Abwehr. Eine der wenigen gelungenen Kombinationen führte in der 56. Minute zu einer Chance für Oscar Höjlund, dessen Schuss das Ziel allerdings deutlich verfehlte.

Anschließend neutralisierten sich beide Mannschaften über weite Strecken im Mittelfeld. Während die Eintracht offensiv keine Mittel fand, hielt die Defensive die Angreifer von Union Berlin erfolgreich in Schach. Ein Weckruf erfolgte erst in der 75. Minute, als ein wuchtiger Schuss von Derrick Köhn am Pfosten des Frankfurter Tores landete.

Als sich die meisten Zuschauer bereits mit einem torlosen Unentschieden abgefunden hatten, überschlugen sich die Ereignisse. In der 84. Minute schlug der eingewechselte Mo Dahoud zunächst über den Ball, doch Nathaniel Brown schaltete am schnellsten und traf zur überraschenden 1:0-Führung für die Eintracht.

Höjlunds Blackout kostet Frankfurt den Sieg

Die Freude über die Führung währte jedoch nur eine Minute, denn ein folgenschwerer Fehler von Oscar Höjlund machte die Hoffnung auf einen Auswärtssieg zunichte. Der dänische Mittelfeldspieler rang seinen Gegenspieler Rani Khedira im Strafraum nieder, woraufhin der Schiedsrichter auf Elfmeter für Union entschied. Höjlund erhielt für dieses Foulspiel die Gelb-Rote Karte und musste den Platz verlassen.

Leopold Querfeld übernahm die Verantwortung und verwandelte den fälligen Strafstoß sicher zum 1:1-Ausgleich in der 87. Minute. Er schob den Ball unter dem Frankfurter Torhüter hindurch ins Netz. In den verbleibenden Minuten gelang keinem der beiden Teams mehr der entscheidende Treffer, sodass es bei der Punkteteilung blieb.

Ein Punkt mit geringem sportlichen Wert

Durch das Unentschieden tritt Eintracht Frankfurt in der Tabelle auf der Stelle. Der gewonnene Punkt hilft dem Team kaum weiter, denn der Abstand zu den internationalen Plätzen bleibt weiterhin groß. Zumindest konnte der Vorsprung auf den direkten Konkurrenten Union Berlin gehalten werden.

Die wichtigsten Spieldaten im Überblick:

  • Tore: 0:1 Brown (84.), 1:1 Querfeld (87./FE)
  • Gelb-Rote Karte: Höjlund (86./Foulspiel)
  • Zuschauer: 22.012 (ausverkauft)
  • Schiedsrichter: Storks (Ramsdorf)

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