Auf der Leuchtenburg in Thüringen entsteht derzeit ein außergewöhnliches Kunstwerk, das Besucher künftig schon bei ihrer Ankunft begrüßen wird. Parallel zum Bau eines neuen Aufzugs, der ab Sommer einen barrierefreien Zugang zur Burg ermöglicht, wird ein riesiger Porzellanteppich Leuchtenburg für die Talstation gefertigt. Dieses Kunstwerk soll die Gäste auf die berühmte Ausstellung der Porzellanwelten einstimmen und stellt eine faszinierende Verbindung aus traditionellem Handwerk und moderner Kunst dar.
Ein Kunstwerk aus Wolle und Porzellan: So entsteht der Teppich
Für die Umsetzung des 13 Meter langen und zweieinhalb Meter breiten Wandteppichs arbeiten zwei Künstler Hand in Hand. Der Künstler Alim Pasht-Han, der bereits seit zwei Jahrzehnten mit Porzellan experimentiert, ist für die keramischen Elemente verantwortlich. In der Porzellanmanufaktur Reichenbach schneidet er die filigranen Formen frei Hand aus rohen Porzellanplatten, wodurch jedes Stück ein Unikat wird.
Anschließend erhalten die Stücke eine Glasur aus flüssigem Kobalt, die ihnen nach dem Brennen die charakteristische blaue Farbe verleiht. Die komplexen, oft kristallinen Gebilde müssen in mehreren Teilen gebrannt werden, da sie sonst nicht in die Kammeröfen der Manufaktur passen. Dieser aufwendige Prozess erfordert viel Erfahrung, weshalb die Zusammenarbeit mit der experimentierfreudigen Manufaktur Reichenbach entscheidend für das Gelingen ist.
Währenddessen arbeitet der Künstler Murat Haschu in seinem Atelier in Halle an der textilen Basis des Kunstwerks. Er verwendet die sogenannte Tuftingtechnik, um die Wollgarne auf ein Trägermaterial aufzubringen. Bei diesem Verfahren wird das Garn mit einer Art Pistole durch den Stoff geschossen, was deutlich schneller geht als das traditionelle Knüpfen und zugleich eine hohe gestalterische Freiheit ermöglicht. Haschu beschreibt die Technik daher als „Malerei mit Wolle“.
Warum der Porzellanteppich Leuchtenburg so besonders ist
Die Inspiration für das Kunstwerk stammt direkt aus der Umgebung der Leuchtenburg. Ein geologischer Schnitt am Burgberg legte die farbigen Schichten aus Buntsandstein und Muschelkalk frei, die sonst im Verborgenen liegen. Genau diese Erdstruktur wollen die Künstler mit ihrem Wandteppich nachempfinden.
Die farbigen Wollflächen des Teppichs bilden die Gesteinsschichten nach, während die blauen Porzellanelemente wie schlummernde Schätze oder Kristalle darin eingebettet sind. Dadurch entsteht für die Betrachter die Illusion, dass sich der Berg unterirdisch bis in die Talstation des Aufzugs erstreckt. Der Porzellanteppich Leuchtenburg verbindet somit die Naturgeschichte des Ortes mit seiner langen Porzellantradition auf einzigartige Weise.
Ein neues Kapitel für Burg und Besucher
Das Kunstwerk ist mehr als nur Dekoration; es ist Teil eines umfassenden Modernisierungsprojekts, das die Leuchtenburg für alle Besucher zugänglicher machen soll. Der neue Schrägaufzug wird den oft beschwerlichen Aufstieg zur Burg ersetzen und so insbesondere Menschen mit eingeschränkter Mobilität den Besuch erleichtern. Die Installation des Wandteppichs in der Talstation dient als eindrucksvoller Auftakt für das Erlebnis auf der Burg.
Die Direktorin der Leuchtenburg, Ulrike Kaiser, sieht in der Kombination aus barrierefreiem Zugang und dem neuen Kunstwerk den Beginn eines neuen Kapitels in der Burggeschichte. Die Besucher werden bereits vor der Fahrt nach oben visuell auf die Porzellanwelten vorbereitet. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme von Aufzug und Kunstwerk sind für den Sommer geplant und versprechen, die Attraktivität der Burg weiter zu steigern.
Besucherinformationen für die Leuchtenburg
Für Ihren Besuch auf der Leuchtenburg finden Sie hier die wichtigsten Informationen:
- Öffnungszeiten (April bis Oktober): 9:00 bis 18:00 Uhr
- Öffnungszeiten (November bis März): 10:00 bis 17:00 Uhr
- Ticketpreise:
- Erwachsene: 16,50 €
- Ermäßigt: 12,50 €
- Senioren: 15,50 €
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