Ein massiver Schneefall in Baden-Württemberg hat in der Nacht zum Montag für erhebliche Verkehrsbehinderungen und zahlreiche Unfälle gesorgt. Besonders die Regionen um Stuttgart, Ulm, Tübingen und Heilbronn waren betroffen, weshalb Räumdienste im Dauereinsatz waren, um die Straßen befahrbar zu halten. Vielerorts führte die Witterung zu stundenlangen Sperrungen und Blechschäden.
Verkehrschaos durch heftigen Schneefall in Baden-Württemberg
Die Lage auf den Autobahnen war besonders dramatisch. Die A8 zwischen Stuttgart und München musste im Abschnitt zwischen Aichelberg und Mühlhausen für mehrere Stunden vollständig gesperrt werden, nachdem sich dort mehrere Unfälle ereignet hatten. Außerdem blockierte ein querstehender Lastwagen die Fahrbahn zwischen Stuttgart-Degerloch und dem Flughafen, was ebenfalls zu einer kurzzeitigen Sperrung führte.
Auch auf anderen wichtigen Verkehrsachsen kam es zu erheblichen Problemen. Auf der A7 zwischen Memmingen und Illertissen bewegte sich der Verkehr nur noch stockend, während auf der A6 bei Kupferzell ebenfalls Lkw liegen blieben. Am Kreuz Weinsberg hatten sich zudem über zehn Lastwagen auf der Überleitung zur A81 festgefahren, was zu Teilsperrungen und langen Wartezeiten für die Fahrer führte.
Der Wintereinbruch wirkte sich allerdings nicht nur auf den Straßenverkehr aus. Im Bahnhof Crailsheim blieb ein Zug wegen vermuteter Weichenprobleme stecken, wodurch rund 30 Passagiere etwa vier Stunden lang ausharren mussten. Die Autobahnmeistereien und Rettungskräfte waren landesweit im Dauereinsatz, um liegengebliebene Fahrzeuge zu bergen und die Straßen zu räumen.
Regionale Unfallbilanzen: Hunderte Blechschäden im Land
Die Polizeipräsidien meldeten aus dem ganzen Land hunderte wetterbedingte Unfälle. Glücklicherweise blieb es in den meisten Fällen bei Sachschäden und nur wenigen Leichtverletzten. Die Bilanz für die einzelnen Regionen zeigt das Ausmaß des Chaos:
- Region Tübingen: Hier zählte die Polizei mehr als 100 Unfälle in den Kreisen Tübingen, Reutlingen und im Zollernalbkreis. Dabei wurde ein Kind leicht verletzt, ansonsten entstanden überwiegend Blechschäden. Im Schwarzwald blieb es hingegen ruhig.
- Region Stuttgart: Rund 70 Unfälle ohne Verletzte ereigneten sich im Großraum Stuttgart. Im Landkreis Ludwigsburg rutschten mehrere Autos in Gräben, während es im Rems-Murr-Kreis bei rund 40 Unfällen eine leicht verletzte Person gab.
- Region Heilbronn: Das Polizeipräsidium Heilbronn meldete über 70 Unfälle mit zwei Leichtverletzten. Neben den Problemen auf den Autobahnen sorgte der starke Schneefall auch auf Landstraßen für gefährliche Bedingungen.
- Region Ulm: Im Bereich Ostalb, Donau-Iller und Ulm kam es zu etwa 60 Unfällen, bei denen vier Menschen leichte Verletzungen erlitten. Hier waren es vor allem liegengebliebene Lastwagen, die an Steigungen den Verkehr lahmlegten.
Weitere Meldungen aus Baden-Württemberg
Neben dem Wettergeschehen beschäftigten weitere Ereignisse die Behörden im Land. In Mössingen im Kreis Tübingen schoss ein Polizist auf einen Mann, der sich in einem psychischen Ausnahmezustand befand. Die Beamten waren wegen einer Ruhestörung gerufen worden, woraufhin der Mann sie mit einer scheinbar echten Schusswaffe bedrohte. Der Schuss verfehlte ihn, und er konnte anschließend mit Pfefferspray überwältigt werden.
Die Polizei in Oberschwaben ermittelt außerdem in einer rätselhaften Diebstahlserie. Unbekannte brachen die Kassen mehrerer 24-Stunden-Hofläden im Kreis Sigmaringen auf und stahlen Bargeld sowie Waren im Wert von rund 130 Euro. Die Ermittler bitten weitere Geschädigte, sich zu melden.
In Stuttgart kehrte unterdessen der im August abgeschobene Student Ramzi Awat Nabi zurück. Der 24-Jährige wurde am Flughafen von Freunden und Unterstützern empfangen, nachdem er ein Studentenvisum erhalten hatte. Die Ausländerbehörde hatte ihm zuvor das Aufenthaltsrecht wegen Zweifeln an seiner Identität verweigert, doch nun kann er sein Studium fortsetzen.
Für Aufsehen sorgte zudem die Nachricht, dass ein 27-jähriger Jäger aus Crailsheim aus der Untersuchungshaft entlassen wurde. Der Mann, der als bekennender Neonazi gilt, soll gedroht haben, in einer Landeserstaufnahmestelle möglichst viele Ausländer zu töten. Er wurde gegen Kaution und unter Auflagen, wie dem Verzicht auf seinen Jagdschein, wieder auf freien Fuß gesetzt.
Wetterausblick: Keine Entspannung in Sicht
Auch zum Wochenstart bleibt die Wetterlage in Baden-Württemberg ungemütlich. Meteorologen sagen weiterhin häufigen Regen oder Schnee voraus, während sich die Sonne nur selten zeigt. Die Temperaturen liegen zwischen 1 °C und 8 °C, wodurch es örtlich weiterhin zu Glätte kommen kann.
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