In Baden-Württemberg müssen sich Bürgerinnen und Bürger heute auf erhebliche Einschränkungen einstellen, denn die Gewerkschaft ver.di hat zu umfangreichen Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Diese Warnstreiks im öffentlichen Dienst in BW betreffen zahlreiche Bereiche des täglichen Lebens. Gleichzeitig warnen Wetterdienste vor Glättegefahr in höheren Lagen, während im Sport eine Silbermedaille bei den Olympischen Spielen für Jubel sorgt.
Die Arbeitsniederlegungen sind Teil der aktuellen Tarifrunde für die Beschäftigten der Länder. Viele Pendler und Reisende müssen sich daher auf Ausfälle und Verspätungen einstellen, während Eltern sich mit steigenden Kita-Gebühren auseinandersetzen.
Details zu den Warnstreiks im öffentlichen Dienst in BW
Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder zu Warnstreiks aufgerufen, um ihren Forderungen in den laufenden Tarifverhandlungen Nachdruck zu verleihen. Die zentralen Schwerpunkte der Aktionen liegen heute in den Städten Stuttgart und Heilbronn. Für den morgigen Tag sind außerdem weitere Streiks angekündigt, die unter anderem Tübingen, Karlsruhe, Mannheim und Heidelberg betreffen werden.
Hintergrund der Arbeitsniederlegungen sind die Tarifforderungen von ver.di. Die Gewerkschaft verlangt eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent, mindestens aber 300 € mehr pro Monat. Diese Mindestsumme soll insbesondere die unteren Lohngruppen stärken und die finanzielle Belastung durch die Inflation abfedern. Darüber hinaus fordert ver.di eine Anhebung der Vergütung für Nachwuchskräfte um monatlich 200 €.
Soziales und Politik: Kita-Gebühren und Wolfsdebatte
Neben den Tarifkonflikten bewegt viele Familien in Baden-Württemberg das Thema Kinderbetreuungskosten. In einigen Kommunen steigen die Gebühren für einen Vollzeit-Krippenplatz auf 800 € und mehr, was viele Eltern an ihre finanziellen Grenzen bringt. Da jede Kommune die Höhe der Gebühren selbst festlegt, entsteht ein Flickenteppich an unterschiedlichen Belastungen. Beispielsweise sieht sich eine Familie aus Eppingen-Elsenz im Kreis Heilbronn ab September mit einer Teilzeit-Krippengebühr von 550 € konfrontiert.
Gleichzeitig kocht die Debatte um den Umgang mit Wölfen im Land hoch, insbesondere im Fall des sogenannten Hornisgrinde-Wolfs. Dessen Abschuss wurde zunächst genehmigt, nach Klagen von Tierschützern jedoch vorläufig bis zum 16. Februar ausgesetzt. Neben diesem Fall gelten drei weitere Wölfe in Baden-Württemberg als sesshaft, was bedeutet, dass sie sich dauerhaft in einem festen Gebiet aufhalten. Eines dieser Tiere, das aus Niedersachsen stammt und für über 160 Risse verantwortlich sein soll, wirft die Frage auf, unter welchen strengen Auflagen ein Abschuss überhaupt möglich ist.
Verkehr und Sicherheit: Glättegefahr und Bahnsperrungen
Autofahrer und Radfahrer sollten heute Morgen besondere Vorsicht walten lassen, denn der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor Glättegefahr. Betroffen sind vor allem die südlichen Regionen des Landes in Lagen oberhalb von 500 Metern, wie beispielsweise im Schwarzwald oder auf der Schwäbischen Alb. Durch gefrierenden Nebel kann es dort stellenweise zu gefährlich glatten Straßen kommen.
Auch im Bahnverkehr gibt es erhebliche Einschränkungen, die vor allem Pendler rund um Heilbronn betreffen. Aufgrund von Bauarbeiten am Bahnhof Walheim kommt es auf der Frankenbahn zwischen Heilbronn und Stuttgart zu massiven Ausfällen. Statt der üblichen 30 Züge pro Richtung verkehren nur noch etwa 12. Außerdem wurde für einige Linien ein Bus-Ersatzverkehr eingerichtet. Diese Sperrungen sollen voraussichtlich bis Anfang April andauern.
Sport-Nachrichten aus Baden-Württemberg
Für eine positive Schlagzeile sorgt die Skirennfahrerin Emma Aicher vom SC Mahlstetten, denn sie hat bei der Olympia-Abfahrt die Silbermedaille gewonnen. Es ist die erste Medaille für das deutsche Team bei den diesjährigen Winterspielen. Nur vier Hundertstelsekunden fehlten ihr zum Sieg, den sich die US-Amerikanerin Breezy Johnson sicherte.
Weniger erfolgreich verlief das Wochenende für die baden-württembergischen Vereine in der Fußball-Bundesliga. Die Ergebnisse des 21. Spieltags im Überblick:
- Der VfB Stuttgart unterlag dem FC St. Pauli mit 1:2.
- Der 1. FC Heidenheim verlor gegen den HSV mit 0:2.
- Die TSG Hoffenheim musste sich dem FC Bayern München mit 1:5 geschlagen geben.
- Lediglich der SC Freiburg konnte einen Sieg einfahren und gewann 1:0 gegen Werder Bremen.
Im Basketball hingegen feierte ratiopharm Ulm einen deutlichen Heimsieg. Die Ulmer deklassierten die Gladiators Trier mit 97:67 und sicherten sich damit den fünften Tabellenplatz. Beim ausverkauften Indoor Meeting der Leichtathletik in Karlsruhe zeigten internationale Stars ihr Können, während der deutsche Läufer Alexander Stepanov im 800-Meter-Lauf mit einer persönlichen Bestleistung triumphierte.
Weitere Meldungen aus dem Land
In Freiburg beginnt heute ein Prozess, der im Sommer für großes Entsetzen sorgte. Ein 31-jähriger Mann ist wegen des sexuellen Missbrauchs eines Kindes angeklagt. Er soll ein sechsjähriges Mädchen aus dem Erlebnisbad Rulantica in Rust gelockt und sich in einem Maisfeld an ihr vergangen haben. Der Verdächtige wurde später in Rumänien festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert.
Ein tragischer Unfall ereignete sich am Samstagabend in Göppingen. Ein 19-jähriger Autofahrer erfasste beim Abbiegen zwei Passanten. Eine Frau verstarb noch an der Unfallstelle, während ein 50-jähriger Mann schwer verletzt wurde. Der Fahrer und seine Beifahrerin blieben unverletzt.
In einem Wald bei Weinheim mussten vier junge Menschen von der Feuerwehr gerettet werden, nachdem sie sich in der Nacht verirrt hatten. Sie alarmierten selbst die Einsatzkräfte und konnten unverletzt geborgen werden. In Möckmühl sucht die Polizei derweil nach Unbekannten, die mit einem Auto auf einem Fußballplatz drifteten und den Rasen dadurch schwer beschädigten. Für Hinweise, die zu den Tätern führen, wurde eine Belohnung ausgesetzt.
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