Am vergangenen Sonnabend war die Hamburger Innenstadt Schauplatz mehrerer Demonstrationen, bei denen Tausende Menschen für unterschiedliche Anliegen auf die Straße gingen. Die größte Kundgebung fokussierte sich auf die Forderung nach einer verfassungsrechtlichen Prüfung rechtsextremer Parteien. Diese zentrale Demonstration gegen Rechtsextremismus in Hamburg versammelte die meisten Teilnehmenden und setzte damit ein deutliches politisches Zeichen.
Protest für die Prüfung rechtsextremer Parteien
Die Hauptveranstaltung wurde von der Initiative „Prüf“ organisiert, deren Name für „Prüfung rettet übrigens Freiheit“ steht. Nach übereinstimmenden Angaben der Veranstalter und der Polizei kamen rund 5.000 Menschen zusammen, um die Forderung nach einer Überprüfung zu unterstützen. Die Teilnehmenden trugen dabei Plakate mit Botschaften wie „Rechtzeitig prüfen“ und „Für Vielfalt“, wodurch sie ihre Anliegen sichtbar machten.
Der Demonstrationszug bewegte sich quer durch die Innenstadt und passierte dabei zentrale Orte wie den Jungfernstieg, den Stephansplatz und die Lombardsbrücke. Die Route führte die Demonstrierenden außerdem über den Steintorwall bis zur Mönckebergstraße, bevor sie zum Abschluss wieder am Rathausmarkt eintrafen. Dort fand die Abschlusskundgebung statt, die den friedlichen Protest beendete.
Für die Initiative handelte es sich bereits um die vierte Demonstration dieser Art in Hamburg. Die Organisatoren zeigten sich erfreut über die jüngste Entwicklung in der Hamburger Politik. Denn die Hamburgische Bürgerschaft hatte sich kurz zuvor dafür ausgesprochen, einen Antrag im Bundesrat zu unterstützen, der eine Prüfung der AfD durch das Bundesverfassungsgericht zum Ziel hat.
Weitere Kundgebungen in der Hamburger Innenstadt
Zeitgleich fanden in der City noch weitere Versammlungen statt, die die thematische Vielfalt des bürgerschaftlichen Engagements verdeutlichten. So versammelten sich in der Mönckebergstraße ebenfalls Menschen, um gegen das Regime im Iran zu protestieren. Ihr Zug führte sie über den Jungfernstieg bis zum Gänsemarkt.
Darüber hinaus sorgte auch die US-Politik gegenüber Venezuela für Protest. Unter dem Motto „Für das Völkerrecht – gegen den US-Krieg in Venezuela“ demonstrierten laut Polizeiangaben etwa 300 Personen. Diese Demonstration startete am Gänsemarkt und zog über den Valentinskamp und den Baumwall bis in die Hafencity.
Tanzdemo gegen Gewalt an Frauen
Eine besondere Form des Protests fand unter dem Motto „One Billion Rising“ statt. Hier versammelten sich am Mittag etwa 120 Menschen, überwiegend junge Frauen, in der Mönckebergstraße. Sie demonstrierten tanzend für ein Ende der Gewalt gegen Frauen sowie für eine konsequente Gleichstellung der Geschlechter.
Diese Kundgebung war Teil einer weltweiten Kampagne, die jedes Jahr am 14. Februar zu Aktionen aufruft. Die Bewegung „One Billion Rising“ (zu Deutsch: „Eine Milliarde erhebt sich“) macht auf die schockierend hohe Zahl von Frauen und Mädchen aufmerksam, die weltweit Opfer von Gewalt werden, und fordert Solidarität und aktives Handeln.
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