Ein erneuter Wintereinbruch in Hessen hat in der Nacht für Neuschnee und glatte Straßen gesorgt, weshalb Autofahrer und Pendler sich auf Behinderungen einstellen mussten. Während in einigen Regionen bis zu 15 Zentimeter Schnee fielen, hat sich die Lage im morgendlichen Berufsverkehr vergleichsweise entspannt dargestellt. Im Gegensatz zum letzten großen Schneechaos blieben landesweite Störungen weitgehend aus, obwohl es regional zu Unfällen und Sperrungen kam.
In Frankfurt setzte nach dem nächtlichen Schneefall schnell Tauwetter ein, sodass der Schnee in Regen überging. In Nordhessen, beispielsweise in Kassel, hielt der Schneefall hingegen länger an. Die Polizei und die Räumdienste waren landesweit im Einsatz, um die wichtigsten Verbindungsstraßen befahrbar zu halten.
Auswirkungen auf den Straßenverkehr
Die Polizei zog am Morgen eine überwiegend positive Bilanz, denn das befürchtete Chaos auf den Straßen blieb aus. Kleinere Unfälle mit Blechschäden ereigneten sich vor allem in Nord-, Mittel- und Osthessen. Das Polizeipräsidium Mittelhessen meldete beispielsweise rund 30 Kollisionen, bei denen drei Personen leichte Verletzungen erlitten.
Im Taunus musste die Landstraße 3037 zwischen Wiesbaden und Taunusstein, auch bekannt als „Hohe Wurzel“, aufgrund der winterlichen Bedingungen vorübergehend gesperrt werden. Außerdem blieben in Ost- und Nordhessen vereinzelt Lastwagen an Steilstrecken wie am Kirchheimer Dreieck liegen, wodurch der Verkehr kurzzeitig ins Stocken geriet. Die meisten größeren Straßen waren jedoch bis zum Einsetzen des Berufsverkehrs bereits wieder geräumt und befahrbar.
Behinderungen im öffentlichen Nahverkehr
Besonders Pendler im Rhein-Main-Gebiet benötigten am Morgen Geduld, denn eine Signalstörung legte den S-Bahn-Verkehr in Frankfurt teilweise lahm. Die Störung betraf mehrere Signale im Tunnel zwischen dem Süd- und dem Hauptbahnhof. Dadurch kam es zu erheblichen Verspätungen und Teilausfällen auf fast allen Linien.
Betroffen von der Störung waren folgende S-Bahn-Linien:
- S1 und S2
- S3 und S4
- S5 und S6
- S8 und S9
Techniker der Bahn arbeiteten umgehend an der Beseitigung des Problems. Obwohl die Störung im Laufe des Vormittags behoben wurde, rechnete die Bahn weiterhin mit Folgeverspätungen. Bereits am Vorabend war es zudem in Wiesbaden zu Ausfällen im Busverkehr gekommen.
Die Wetteraussichten für den weiteren Tag
Das Wetter bleibt in Hessen auch im weiteren Tagesverlauf unbeständig und winterlich. Meteorologen erwarten immer wieder Regen-, Schneeregen- oder Graupelschauer, die vereinzelt sogar von Gewittern begleitet sein können. Besonders im Norden und Osten des Bundeslandes fällt zunächst weiterhin Schnee.
Zusätzlich frischt der Südwest- bis Westwind auf und kann in Böen stark bis steif werden. Auf den Bergen sind sogar stürmische Böen möglich. Autofahrer sollten sich daher weiterhin auf wechselhafte Straßenverhältnisse einstellen.
Prozessbeginn nach Juwelier-Überfall in Kassel
Unabhängig vom Wintereinbruch in Hessen startet am Landgericht Kassel ein Prozess wegen eines brutalen Raubüberfalls auf eine Juweliersfamilie. Sechs Männer aus Wolfhagen, Marburg und Münster müssen sich unter anderem wegen erpresserischen Menschenraubs verantworten. Sie sollen vor einem Jahr in das Haus der Familie eingebrochen sein.
Laut Anklage fesselten und schlugen die Täter ihre Opfer, um an die Schlüssel für das Juweliergeschäft in der Kasseler Innenstadt zu gelangen. Dem Juwelier wurde dabei eine Schusswaffe an die Schläfe gehalten. Anschließend plünderten die Täter das Geschäft und erbeuteten Gold sowie Silber im Wert von über 130.000 €. Etwa einen Monat nach der Tat konnte die Polizei die Verdächtigen festnehmen. Für den Prozess sind über 30 Zeugen geladen, während ein Urteil voraussichtlich im April fallen wird.
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