Nach einer einwöchigen Blockade durch dickes Eis ist die Zufahrt zum Hafen Mukran auf Rügen wieder frei. Ein spezialisierter Eisbrecher hat die Fahrrinne geräumt, wodurch die Gasversorgung über das LNG-Terminal wieder anlaufen kann. Bei LNG handelt es sich um verflüssigtes Erdgas (Liquefied Natural Gas), das bei sehr tiefen Temperaturen transportiert wird. Die erfolgreiche Mission des Eisbrechers am LNG-Terminal Rügen sichert somit wichtige Energielieferungen für Deutschland.
Seit mehr als einer Woche konnte kein neues Gas in das Netz eingespeist werden, da die dicke Eisschicht auf der Ostsee den Schiffsverkehr unmöglich machte. Infolgedessen wartete der leere Tanker „Maran Gas Nice“ im Hafen fest, während ein voller Tanker auf See ausharren musste. Der Einsatz des Eisbrechers hat diese kritische Situation nun beendet.
Spezialschiff aus der Nordsee bricht die Eisbarriere
Für diese anspruchsvolle Aufgabe kam der Eisbrecher „Neuwerk“ extra von der Nordsee in die Ostsee. Das Schiff ist leistungsstärker und knapp zehn Meter länger als die üblicherweise in der Region stationierte „Arkona“, weshalb es auch sehr dicke Eisschichten zuverlässig durchbrechen kann. Der Einsatz war notwendig, da der Terminalbetreiber zwar den Hafenbereich mit Schleppern eisfrei halten konnte, die Fahrrinne jedoch ein stärkeres Schiff erforderte.
Zusätzliche Unterstützung leistete der Schlepper „VB Bremen Fighter“, der in Sassnitz im Landkreis Vorpommern-Rügen stationiert ist. Die Arbeiten gestalteten sich allerdings schwierig, denn dichter Nebel behinderte die Sicht und verlangsamte das Vorankommen. Trotz der erschwerten Bedingungen verlief die Räumung nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) erfolgreich.
Dringend erwartete Gaslieferung für Deutschland
Die Wiederherstellung der Zufahrt war von großer Dringlichkeit, da die Gasspeicher in Deutschland aktuell nur noch zu einem Viertel gefüllt sind. Die Lieferung von Flüssigerdgas ist daher ein wichtiger Baustein für die Energieversorgungssicherheit. Der Tanker „Minerva Amorgos“, der vor der Küste auf Höhe des Nationalparks Jasmund wartet, transportiert eine dringend benötigte Gasladung.
Nachdem die Fahrrinne geräumt war, konnte der leere Tanker „Maran Gas Nice“ den Hafen verlassen und schaffte damit Platz. Das Einlaufen der „Minerva Amorgos“ war ursprünglich für Mittwochabend geplant, sodass die Einspeisung von Gas in das Netz bald wieder aufgenommen werden kann. Die sichere Passage der Tanker hat oberste Priorität.
Komplexer Einsatz sichert Versorgung durch das LNG-Terminal Rügen
Der Einsatz der „Neuwerk“ ist Teil eines gut koordinierten logistischen Austauschs. Während das Spezialschiff in der Ostsee das Eis bricht, wurde die „Arkona“ vorübergehend in die Nordsee verlegt, um dort die anfallenden Aufgaben zu übernehmen. Dieser Tausch stellt sicher, dass beide Küstenregionen optimal versorgt sind.
Nach aktuellen Planungen des WSA wird die „Neuwerk“ voraussichtlich für etwa eine Woche vor Rügen im Einsatz bleiben. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die Fahrrinne auch bei anhaltendem Frost passierbar bleibt und weitere LNG-Tanker das Terminal ohne Verzögerungen erreichen können. Der reibungslose Betrieb des Terminals ist somit wiederhergestellt.
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