In der Stadt Teterow im Landkreis Rostock ist eine öffentliche Treppe zum Schauplatz einer Auseinandersetzung geworden. Anhänger des FC Hansa Rostock haben die Stufen wiederholt in den Vereinsfarben bemalt, wodurch eine Debatte über den richtigen Umgang mit dieser Form des Hansa Rostock Graffiti Vandalismus entbrannt ist. Dieses lokale Ereignis beleuchtet allerdings ein größeres Problem, denn zahlreiche Städte und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern stehen vor ähnlichen Herausforderungen.
Ein Katz-und-Maus-Spiel in Teterow
Eine ehemals graue Betontreppe im Wohngebiet Teterow-Ost wurde bereits dreimal unerlaubt neugestaltet. Unbekannte strichen die Stufen erstmals im September 2025 in den Farben Blau, Weiß und Rot, den traditionellen Farben des FC Hansa Rostock. Daraufhin beauftragte die Stadt eine Reinigungsfirma, die die Farbe im Januar für Kosten von rund 2.000 € wieder entfernte.
Der Erfolg war jedoch nur von kurzer Dauer. Bereits in der folgenden Nacht erstrahlte die Treppe erneut in den Farben des Fußballvereins. Obwohl eine zweite Reinigung erfolgte, wiederholte sich das Geschehen, sodass Passanten heute wieder über blau, weiß und rot gefärbte Stufen gehen.
Geteilte Meinungen: Kunst oder Sachbeschädigung?
Die wiederholte Bemalung spaltet die Meinungen in der Stadtvertretung und der Bevölkerung. Laut der Stadtvertreterin Dagmar Haase (AfD) finden viele Einwohner die farbenfrohe Gestaltung ansprechend. Ihre Partei äußerte über soziale Medien ebenfalls die Ansicht, die bemalte Treppe sei schöner als die ursprüngliche graue Version.
Bürgermeister Andreas Lange (parteilos) vertritt hingegen eine klare Haltung. Er bezeichnet die Aktionen als Sachbeschädigung, die konsequent zur Anzeige gebracht wird. Schließlich wünsche sich niemand eine solche illegale Bemalung am eigenen Haus. Als Lösungsansatz schlägt er vor, legale Graffiti-Projekte zu prüfen, da Teterow bereits gute Erfahrungen mit solchen Kunstwerken zur Verschönerung des Stadtbildes gemacht hat.
Hansa Rostock Graffiti Vandalismus: Ein landesweites Problem
Der Fall in Teterow ist kein Einzelfall, sondern spiegelt eine Problematik wider, mit der viele Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern konfrontiert sind. Überall im Land finden sich Graffiti und Aufkleber des Fußballvereins im öffentlichen Raum. Die Polizeiinspektion Rostock bestätigt zwar, dass es durchaus Strafanzeigen wegen solcher Delikte gibt, führt aber keine gesonderte Statistik dazu.
Wie sich der FC Hansa Rostock selbst zu den zahlreichen Schmierereien und Aufklebern seiner Anhänger positioniert, bleibt unklar. Eine offizielle Anfrage zu diesem Thema ließ der Verein unbeantwortet, weshalb eine Stellungnahme zur Verantwortung oder Distanzierung fehlt.
Hohe Kosten und Ohnmacht in den Kommunen
Die Beseitigung der Hinterlassenschaften verursacht erhebliche Kosten und stellt die Städte vor große Herausforderungen. In Schwerin sind laut Stadtsprecherin Michaela Christen unzählige Objekte betroffen, darunter Straßenlaternen, Verkehrsschilder, Bänke und sogar Brücken. Die Stadt fühle sich angesichts der schieren Menge oft machtlos, da die Verursacher meist anonym bleiben.
Allein in Schwerin wurden an Verkehrsanlagen knapp 4.200 Aufkleber entfernt, was Kosten von rund 7.500 € verursachte. Obwohl nicht alle Aufkleber vom FC Hansa stammten, sei deren Dominanz offensichtlich. Zusätzlich mussten Kunstwerke wie Holzskulpturen am Ostorfer See für 5.000 € von Schmierereien gereinigt werden.
Auch die Stadt Anklam meldet jährliche Reinigungskosten in Höhe von mehreren Tausend Euro. Bürgermeister Michael Galander (parteilos) betont, dass besonders die Entfernung von hochwertigen Aufklebern von Schildern und Masten sehr zeitaufwendig und teuer ist.
Zwischen Fankultur und Straftat
Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist gespalten, wie das Beispiel Anklam zeigt. Dort scheint es laut Bürgermeister Galander Bürger zu geben, die die Schriftzüge nicht stören, solange keine beleidigenden Zusätze wie „ACAB“ hinzukommen. Dieses Kürzel steht für „All Cops Are Bastards“, eine polizeifeindliche Parole.
Manche Anwohner resignieren zudem, da sie davon ausgehen, dass entfernte Schmierereien ohnehin schnell wieder ersetzt werden. Bürgermeister Galander fasst die Situation zusammen: Während er sich über jeden sportlichen Erfolg des Vereins freue, dürfe die Freude nicht durch Vandalismus und Straftaten ausgedrückt werden.
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