Hiddensee Eisbrecher rettet die Insel nach Ausfall der Fähre

Die Ostseeinsel Hiddensee ist derzeit durch eine dicke Eisschicht vom Festland abgeschnitten, weshalb die reguläre Fährverbindung unterbrochen ist. Nach anfänglichen behördlichen Schwierigkeiten sichert nun der Hiddensee Eisbrecher „Swanti“ die dringend notwendige Anbindung für die Inselbewohner. Diese Notlösung wird voraussichtlich noch für etwa eine Woche bestehen bleiben.

Grund für die außergewöhnliche Lage ist ein Schaden an der Fähre „Vitte“, die normalerweise die Insel anfährt. Das Schiff schlug am vergangenen Sonntag vermutlich durch den Kontakt mit Eisschollen leck und musste daraufhin für Reparaturarbeiten in eine Werft nach Stralsund geschleppt werden. Dadurch war die Grundversorgung und der Personentransport für die Einwohner Hiddensees akut gefährdet, sodass die Reederei „Weiße Flotte“ umgehend eine Alternative schaffen musste.

Der Hiddensee Eisbrecher als Rettung in der Not

Als einzige Lösung kam der Einsatz des Eisbrechers „Swanti“ infrage, um eine Fahrrinne durch das Eis zu brechen. Zunächst sorgte jedoch eine Anordnung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) für erhebliche Probleme, denn die Behörde untersagte vorübergehend die Mitnahme von Passagieren auf dem Spezialschiff. Dieses Verbot führte dazu, dass einige Inselbewohner am Mittwochnachmittag auf Rügen festsaßen und gezwungen waren, in Hotels zu übernachten.

Am Abend konnte Bürgermeister Thomas Gens allerdings Entwarnung geben, nachdem eine offizielle Ausnahmegenehmigung erteilt wurde. Dank dieser schnellen Entscheidung ist der Personentransport zwischen der Insel und dem Festland nun wieder möglich. Der Hiddensee Eisbrecher spielt somit eine zentrale Rolle bei der Aufrechterhaltung der Infrastruktur.

Geänderter Notfahrplan und begrenzte Plätze

Für die Dauer des Notbetriebs gilt ein angepasster Fahrplan, denn die Abfahrt erfolgt nicht wie gewohnt von Schaprode. Stattdessen verkehrt die „Swanti“ zwischen Vitte auf Hiddensee und Wittow Süd auf Rügen. Passagiere müssen sich auf diese geänderte Route einstellen.

Die Kapazität auf dem Eisbrecher ist außerdem stark begrenzt, weshalb nicht jeder mitgenommen werden kann. Die Reederei priorisiert daher Inselbewohner, die sich zuvor für die Fahrt registriert haben. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass vor allem diejenigen die Insel erreichen oder verlassen können, für die es am dringendsten ist.

Eiswinter in Mecklenburg-Vorpommern

Die aktuelle Kältewelle betrifft nicht nur die Insel Hiddensee, sondern die gesamte Region. Während das Stettiner Haff nur teilweise zugefroren ist und das Eis dort als brüchig gilt, zeigt sich auf der Müritz ein anderes Bild. Erstmals seit vier Jahren ist Deutschlands größter Binnensee wieder vollständig mit einer dicken Eisschicht von bis zu 25 Zentimetern bedeckt.

Die unterschiedliche Eisbildung hängt von verschiedenen Faktoren wie Temperaturschwankungen, Strömungen und unterspülten Bereichen ab. Diese Bedingungen führen zu Eisflächen von sehr unterschiedlicher Stärke und Tragfähigkeit, was die Schifffahrt zusätzlich erschwert.

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