In Mecklenburg-Vorpommern gibt es eine erfreuliche Entwicklung im Kampf gegen den Krebs. Obwohl die Zahl der Diagnosen steigt, sinkt die Zahl der Todesfälle deutlich. Diese positive Bilanz ist vor allem auf bessere Behandlungsmethoden und eine konsequentere Vorsorge zurückzuführen, denn eine frühzeitige Krebs Früherkennung erhöht die Überlebenschancen maßgeblich. Derzeit leben rund 97.000 Menschen im Land mit einer Krebserkrankung, während jährlich etwa 11.600 neue Fälle hinzukommen.
Die steigende Anzahl an Krebspatienten lässt sich laut der Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern hauptsächlich auf den demografischen Wandel zurückführen. Da die Bevölkerung immer älter wird, steigt auch das statistische Risiko für Krebserkrankungen. Männer sind dabei etwas häufiger betroffen als Frauen. Zu den am weitesten verbreiteten Krebsarten zählen Lungen-, Darm- und Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Darüber hinaus gibt es geschlechtsspezifische Häufungen. Bei Männern ist Prostatakrebs die zweithäufigste Diagnose, während bei Frauen Brustkrebs am häufigsten auftritt. Trotz dieser Zunahme an Erkrankungen zeigt die Statistik einen klaren Hoffnungsschimmer: Starben im Jahr 2022 noch 5.800 Menschen an den Folgen, sank diese Zahl im Jahr 2023 auf unter 4.000.
Warum die Überlebenschancen bei Krebs steigen
Für die sinkende Sterblichkeitsrate gibt es laut Experten wie Professor Christian Junghanß, dem Vorsitzenden der Krebsgesellschaft MV, zwei wesentliche Gründe. Einerseits haben sich die Therapiemöglichkeiten in den letzten Jahren erheblich verbessert. Dadurch können heute auch ältere Patientinnen und Patienten behandelt werden, für die eine Therapie früher zu belastend gewesen wäre.
Andererseits spielt die Früherkennung eine entscheidende Rolle. Wenn ein Tumor in einem frühen Stadium entdeckt wird, ist er oft noch lokal begrenzt und kann besser behandelt werden. In vielen Fällen führt eine frühe Diagnose sogar zu einer vollständigen Heilung. Aus diesem Grund sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen von unschätzbarem Wert.
Krebs Früherkennung erhöht Überlebenschancen: Empfohlene Untersuchungen
Die Krebsgesellschaft appelliert an die Bevölkerung, die angebotenen Früherkennungsuntersuchungen konsequent zu nutzen. Insbesondere bei Männern besteht hier Nachholbedarf, denn nur etwa 40 Prozent der anspruchsberechtigten Männer über 35 Jahren nehmen die Vorsorgeangebote wahr. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Reihe wichtiger Untersuchungen.
Für Frauen werden folgende Vorsorgemaßnahmen empfohlen:
- 9 bis 18 Jahre: Eine Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV), die unter anderem Gebärmutterhalskrebs auslösen können, wird empfohlen.
- Ab 20 Jahren: Jährlich sollte eine Untersuchung des Genitals erfolgen, bei der auch ein Abstrich vom Gebärmutterhals entnommen wird.
- Ab 30 Jahren: Zusätzlich zur jährlichen Genitaluntersuchung kommt eine Tastuntersuchung der Brust und der Achselhöhlen durch den Arzt hinzu.
- Ab 35 Jahren: Alle zwei Jahre wird ein Hautkrebs-Screening durch geschulte Fachärzte angeraten.
- 50 bis 55 Jahre: In diesem Zeitraum wird ein jährlicher Test auf verborgenes Blut im Stuhl zur Darmkrebsfrüherkennung empfohlen.
- Ab 50 bis 70 Jahre: Frauen werden alle zwei Jahre zu einer Mammographie, einer speziellen Röntgenuntersuchung der Brust, eingeladen.
- Ab 56 Jahren: Es besteht die Wahl zwischen zwei Darmspiegelungen im Abstand von mindestens zehn Jahren oder einem Stuhltest alle zwei Jahre.
Für Männer gelten diese Empfehlungen zur Früherkennung:
- Ab 35 Jahren: Alle zwei Jahre wird eine standardisierte Untersuchung auf Hautkrebs empfohlen.
- Ab 45 Jahren: Jährlich sollten die Prostata und der Enddarm abgetastet sowie das äußere Genital und die Leistenlymphknoten untersucht werden.
- 50 bis 55 Jahre: Männer können zwischen einer Darmspiegelung und einem jährlichen Stuhltest wählen.
- Ab 55 Jahren: Ab diesem Alter wird entweder eine Darmspiegelung oder alle zwei Jahre ein Stuhlbluttest empfohlen.
Warnsignale des Körpers: Wann ein Arztbesuch ratsam ist
Neben der Vorsorge ist es wichtig, auf Alarmsignale des eigenen Körpers zu achten. Ein unerklärlicher Gewichtsverlust kann ein erstes Anzeichen für eine Krebserkrankung sein. Professor Junghanß erklärt, dass ein Tumor den Grundumsatz des Körpers erhöhen kann, wodurch Betroffene an Gewicht verlieren, obwohl sie ihre Essgewohnheiten nicht verändert haben.
Treten zusätzlich immer wieder Schmerzen an derselben Körperstelle auf, sollte man dies ärztlich abklären lassen. Mit modernen bildgebenden Verfahren, wie zum Beispiel Ultraschall oder einer Computertomographie, kann ein Verdacht schnell bestätigt oder ausgeräumt werden. Zögern Sie daher nicht, bei anhaltenden und unklaren Beschwerden einen Arzt aufzusuchen.
Risikofaktoren und Prävention: Was Sie selbst tun können
Obwohl es keine Garantie gibt, nicht an Krebs zu erkranken, kann jeder sein persönliches Risiko aktiv senken. Nur etwa fünf bis zehn Prozent aller Krebserkrankungen sind auf eine erbliche Veranlagung zurückzuführen. Ein weitaus größerer Teil hängt vom persönlichen Lebensstil ab und ist somit beeinflussbar.
Ein gesunder Lebensstil ist die beste Prävention. Dazu gehört der Verzicht auf bekannte Giftstoffe wie Tabak und übermäßigen Alkohol. Auch eine ausgewogene Ernährung spielt eine wichtige Rolle, während stark verarbeitetes oder gepökeltes Fleisch das Risiko erhöhen kann. Übergewicht ist ebenfalls ein nachgewiesener Risikofaktor für verschiedene Krebsarten, weshalb regelmäßige Bewegung umso wichtiger ist. Schon moderate Aktivität wie Spazierengehen kann das Krebsrisiko nachweislich senken.
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