Erhebliche Neuschneemengen und gefrierender Regen sorgen aktuell für massive Beeinträchtigungen. Besonders das Winterwetter in Norddeutschland führt zu gefährlichem Glatteis, was weitreichende Folgen für den Verkehr und den Schulalltag hat. In mehreren Regionen gelten Unwetterwarnungen, während der öffentliche Dienst teilweise streikt, was die Lage zusätzlich erschwert.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat eine offizielle Unwetterwarnung herausgegeben, die vor allem den Osten Mecklenburg-Vorpommerns sowie Teile der Insel Usedom betrifft. Dort führt gefrierender Regen zu einer akuten Gefahr durch unwetterartige Glättebildung auf Straßen und Gehwegen. Erst zum Nachmittag hin wird mit einer leichten Entspannung der Lage gerechnet, da die Niederschläge nachlassen sollen.
Auch in Niedersachsen hat Neuschnee in der Nacht die Situation verschärft und erneut für spiegelglatte Fahrbahnen gesorgt. Meteorologen warnen, dass auch weiterhin mit gefrierendem Regen zu rechnen ist. Dies könnte insbesondere den morgendlichen Berufsverkehr stark beeinträchtigen, weshalb Autofahrer zu höchster Vorsicht aufgerufen sind.
Umfangreiche Schulausfälle und Verkehrschaos
Aufgrund der extremen Witterungsbedingungen haben zahlreiche Städte und Landkreise in Niedersachsen den Präsenzunterricht an den Schulen abgesagt. Als Begründung nennen die Behörden, wie beispielsweise im Landkreis Aurich, stark vereiste Schulwege, Haltestellen und Schulhöfe. Viele Schulen stellen daher auf Distanzunterricht um, um den Lehrbetrieb aufrechtzuerhalten.
Für Erziehungsberechtigte in Niedersachsen gibt es außerdem eine wichtige Regelung: Sie können ihre Kinder der Klassen 1 bis 10 auch ohne offizielle Anordnung zu Hause behalten. Diese Möglichkeit besteht immer dann, wenn sie den Schulweg wegen des Wetters als unzumutbar oder zu gefährlich einschätzen.
Die Glätte hat bereits zu erheblichen Problemen im Straßenverkehr geführt. Am Mittwoch ereigneten sich zahlreiche Unfälle, insbesondere in der Region um Osnabrück, im Emsland und der Grafschaft Bentheim. Ein besonders folgenschwerer Unfall ereignete sich auf der Autobahn A1, wo ein Lkw verunglückte und die Fahrbahn in Richtung Osnabrück für viele Stunden blockierte. Eine weitere Sperrung gab es auf der A1 zwischen Stapelfeld und Barsbüttel, ebenfalls nach einem Lkw-Unfall.
Einschränkungen bei Bus, Bahn und Schifffahrt
Nicht nur der Individualverkehr ist betroffen, denn auch der öffentliche Nah- und Fernverkehr kämpft mit den Auswirkungen des Winterwetters. In der Region Hannover meldete das Verkehrsunternehmen Üstra erhebliche Verspätungen und Ausfälle im Busbetrieb. Auch die Bahnanbieter Erixx und Metronom berichten von ausgedünnten Fahrplänen und Zugausfällen, beispielsweise auf der Strecke zwischen Hannover und Bad Harzburg.
Die Deutsche Bahn musste im Fernverkehr ebenfalls zahlreiche Verbindungen streichen, vor allem auf der wichtigen Strecke zwischen Berlin und Hannover. Reisenden wird daher dringend empfohlen, sich vor Fahrtantritt online über den aktuellen Status ihrer Verbindung zu informieren. Die andauernde Kälte und der starke Ostwind haben zudem Auswirkungen auf die Schifffahrt. Im Wattenmeer führen niedrige Wasserstände zu Beeinträchtigungen im Fährverkehr zu den Ostfriesischen Inseln.
Winterdienst durch Warnstreiks zusätzlich gefordert
Die Bekämpfung von Schnee und Glätte in Norddeutschland wird durch einen dreitägigen Warnstreik im öffentlichen Dienst zusätzlich erschwert. In Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind auch die Mitarbeiter der landeseigenen Straßenmeistereien zum Streik aufgerufen. Um die Sicherheit auf Bundes- und Landesstraßen dennoch zu gewährleisten, wurden Fremdfirmen mit dem Winterdienst beauftragt.
Trotz dieser Maßnahmen kann es zu Einschränkungen bei der Räumung und Streuung kommen. In Hamburg war die Stadtreinigung bereits mehr als ein Dutzend Mal in diesem Winter im Volleinsatz, was laut einem Sprecher ungewöhnlich oft ist. Eine derart hartnäckige Wetterlage habe es seit rund 15 Jahren nicht mehr gegeben.
Der Dauerfrost soll sich laut Wetterprognose vorerst halten, besonders in Vorpommern. Zwar könnten die Temperaturen am Freitag leicht ansteigen und Werte zwischen 0 und 5 °C erreichen, ein Ende des Winterwetters ist jedoch noch nicht in Sicht. Es bleibt weiterhin kalt und die Gefahr durch Glätte besteht fort.
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