In Gera steht eine Kindertagesstätte vor dem Aus, denn aufgrund sinkender Kinderzahlen und eines hohen Sanierungsbedarfs muss die Einrichtung „Kinderwelt“ schließen. Diese Kita Schließung in Gera hat weitreichende Folgen, da der Träger sechs Erzieherinnen entlassen muss. Die Schließung ist für Ende August geplant.
Hintergründe der Schließung: Geburtenrückgang und Sanierungsstau
Die Entscheidung zur Schließung hat zwei wesentliche Gründe. Zum einen ist die Kita „Kinderwelt“ aktuell nur noch zur Hälfte ausgelastet, da in den vergangenen Jahren deutlich weniger Kinder in Gera zur Welt kamen. Dadurch entstehen finanzielle Lücken, die der Träger, das Deutsche Rote Kreuz (DRK), nicht mehr schließen kann.
Zum anderen weist das Gebäude einen erheblichen Sanierungsstau auf, was die Situation zusätzlich erschwert. Eine wirtschaftliche Weiterführung wäre nur durch eine drastische Erhöhung der Elternbeiträge möglich. Laut DRK müssten Familien monatlich rund 50 Euro mehr zahlen, um die Kosten von etwa 60.000 Euro brutto pro Erzieherstelle zu decken, was man den Eltern allerdings nicht zumuten wollte.
Folgen der Kita Schließung in Gera für Personal und Familien
Von der Schließung sind unmittelbar sechs Kindergärtnerinnen betroffen, denen gekündigt werden musste. Laut Michael Scholz, dem Vorstand des DRK Gera, traf die Sozialauswahl vor allem jüngere Mitarbeiterinnen. Die Kündigungen wurden jedoch langfristig ausgesprochen, damit die betroffenen Kolleginnen ausreichend Zeit haben, eine neue Anstellung zu finden.
Für die Kinder und ihre Familien wurde eine Lösung gefunden. Das DRK plant, die Kinder gemeinsam mit ihren vertrauten Bezugspersonen in einem anderen DRK-Kindergarten unterzubringen. Diese Einrichtung befindet sich nur gut einen Kilometer entfernt, wodurch der Übergang für die Kinder so reibungslos wie möglich gestaltet werden soll.
Demografischer Wandel trifft Betreuungseinrichtungen
Die Schließung der „Kinderwelt“ ist ein klares Signal für die Auswirkungen des demografischen Wandels in der Region. Es handelt sich um die erste Kindertagesstätte in Gera, die aufgrund der sinkenden Geburtenrate schließen muss. Diese Entwicklung ist besonders bemerkenswert, da die Stadt noch vor drei Jahren aktiv nach pädagogischen Fachkräften suchte.
Der Geburtenrückgang schlägt nun also voll auf die soziale Infrastruktur durch. Während lange Zeit der Ausbau von Betreuungsplätzen im Fokus stand, erzwingt die demografische Realität jetzt eine Anpassung der Kapazitäten. Die Kita Schließung in Gera ist somit ein Beispiel für eine Entwicklung, die zukünftig auch andere Kommunen beschäftigen könnte.
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