Viele Reisende kennen Rom für seine weltberühmten Sehenswürdigkeiten wie das Kolosseum oder den Trevi-Brunnen. Zwei neue Reisebücher zeigen nun jedoch ein anderes Gesicht der Stadt und laden dazu ein, Rom abseits der Touristenpfade zu entdecken. Sie richten sich gezielt an Besucher, die die italienische Hauptstadt bereits kennen und tiefer in die authentische Lebensart eintauchen möchten.
Anstatt die üblichen Attraktionen aufzulisten, konzentrieren sich diese Werke auf das kulturelle und kulinarische Herz Roms. Dadurch bieten sie eine frische Perspektive für Fortgeschrittene und all jene, die das echte römische Flair suchen. Der Fokus liegt auf Erlebnissen, die auch die Einheimischen schätzen.
Ein neuer Blick auf die Ewige Stadt
Der Reiseführer „Rom für Fortgeschrittene“ von Christina Höfferer und dem Fotografen Jesper Storgaard Jensen beginnt bewusst mit moderner Architektur. Die Autorin faszinieren besonders die Kontraste zwischen Alt und Neu, die das Stadtbild prägen. Deshalb startet ihr Spaziergang im Stadtteil Flaminio, der sich in den letzten Jahrzehnten von einem reinen Wohnviertel zu einem lebendigen Kulturquartier entwickelt hat.
Zentrale Ankerpunkte sind dort das Museum Maxxi, entworfen von der Stararchitektin Zaha Hadid, und das Auditorium Parco della Musica von Renzo Piano. Beide Orte ziehen durch ihre offene Gestaltung nicht nur Kunst- und Musikliebhaber an, sondern dienen als beliebte Treffpunkte für die Römer selbst. Das Buch verzichtet bewusst auf das klassische Sightseeing-Programm, denn es wendet sich an Reisende, die das sogenannte Pflichtprogramm schon absolviert haben.
Stattdessen beleuchtet die Autorin das vielschichtige kulturelle Leben der Stadt. Sie führt ihre Leser beispielsweise in die Casa del Cinema in der Villa Borghese, wo täglich Filmklassiker gezeigt werden, oder zu den gregorianischen Chorälen der Benediktinermönche im Kloster Sant’Anselmo. Außerdem bietet das Buch einen erhellenden Einblick in die Geschichte der jüdischen Gemeinde Roms und ihre komplizierte Beziehung zum Römischen Reich.
Kulinarische Entdeckungen für Genießer
Da zur italienischen Lebensart untrennbar gutes Essen gehört, widmet sich das zweite Buch, „Zu Gast in Rom“ von Stefan Maiwald und dem Fotografen Andrea Di Lorenzo, ganz der Kulinarik. Die Autoren nehmen die Leser mit auf eine Reise durch die Restaurants, Osterien und Weinbars der Stadt. Ihr Ziel ist es, besondere Orte zu finden, an denen Qualität, Geschmack und Genuss im Vordergrund stehen.
Es geht ihnen dabei nicht nur um das einfache Sattwerden, sondern um außergewöhnliche Konzepte und authentische Geschmackserlebnisse. So stellen sie zum Beispiel ein Restaurant namens „Eggs“ vor, das Carbonara in 15 verschiedenen Varianten serviert. Außerdem entdecken sie raffiniertes Streetfood, das man nicht an jeder Ecke findet, und traditionelle Lokale, die römische Hausmannskost wie gebratene Kutteln oder geschmorten Schweinebauch anbieten.
Maiwald und Di Lorenzo kommen mit den Köchen und Wirten ins Gespräch, wodurch der Leser einen persönlichen Einblick in die lokale Gastronomieszene erhält. Ein besonderer Mehrwert des Buches sind die Rezepte, die von den besuchten Restaurants zur Verfügung gestellt werden und zum Nachkochen einladen.
Die Philosophie des Reisens: Rom abseits der Touristenpfade
Beide Bücher verfolgen eine gemeinsame Philosophie: Sie plädieren für ein entschleunigtes Reisen. Anstatt einen starren Plan abzuarbeiten, sollen sich Besucher treiben lassen und offen für spontane Entdeckungen sein. Es geht darum, mit wachen Augen durch die Gassen zu schlendern, anstatt ständig auf Bewertungs-Apps zu schauen.
Die Autoren verzichten daher bewusst darauf, feste Routen vorzuschlagen oder Sehenswürdigkeiten miteinander zu verknüpfen. Vielmehr möchten sie ihre Leser in eine Stimmung versetzen, in der sie Rom vollauf genießen können. Sie vermitteln das Vertrauen, dass man die richtigen Orte von ganz allein findet, wenn man sich auf die Atmosphäre der Stadt einlässt und das wahre Leben in Rom abseits der Touristenpfade sucht.
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