Die iranische Skirennläuferin Atefeh Ahmadi hat überraschend ihren Asylstatus in Deutschland aufgegeben. Stattdessen möchte sie zukünftig für Bulgarien an den Start gehen und hat dort bereits die Staatsbürgerschaft beantragt. Dieser Schritt ermöglicht es ihr, wieder an internationalen Wettbewerben teilzunehmen, während ihre sportliche Karriere zuletzt blockiert war.
Hintergründe der Entscheidung
Ahmadi hatte Anfang 2023 in Deutschland Asyl beantragt, nachdem sie sich nach der Ski-Weltmeisterschaft in Frankreich abgesetzt hatte. Sie protestierte damit gegen die Verhältnisse im Iran, insbesondere gegen die Unterdrückung von Frauen. Allerdings war ihr durch den Asylantrag eine Teilnahme an FIS-Rennen für drei Jahre verwehrt, da sie sportrechtlich weiterhin für den iranischen Skiverband gemeldet war.
Diese Zwangspause hätte ihre Karriere ernsthaft gefährdet, weshalb sie sich nach Alternativen umsah. Der bulgarische Skiverband zeigte Interesse an einer Zusammenarbeit und unterstützte sie. Infolgedessen zog sie ihren Asylantrag in Deutschland zurück und reiste nach Bulgarien, um den Einbürgerungsprozess zu beginnen.
Karriere und sportliche Ziele der iranischen Skifahrerin
Atefeh Ahmadi gilt als talentierte Athletin im alpinen Skisport. Sie war die einzige Frau, die den Iran bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking vertrat. Dort trug sie bei der Eröffnungsfeier auch die Fahne ihres Landes, was ihre damalige Bedeutung für den iranischen Wintersport unterstreicht.
Ihr Hauptziel ist die Qualifikation für die nächsten Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo. Mit einem bulgarischen Pass wäre dieses Ziel wieder erreichbar. Sie trainiert bereits intensiv in ihrer neuen Wahlheimat, um sich auf die kommenden Saisons vorzubereiten und die notwendigen Qualifikationspunkte zu sammeln.
Einbürgerung als Weg zurück in den Sport
Der Wechsel der Nationalität ist im internationalen Sport ein bekanntes Vorgehen, um sportliche oder politische Hürden zu überwinden. Für Ahmadi stellt die bulgarische Staatsbürgerschaft den schnellsten Weg dar, um ihre Karriere fortzusetzen. Der iranische Skiverband hatte einem Verbandswechsel zuvor nicht zugestimmt.
Durch die Aufgabe ihres Schutzstatus in Deutschland und den Umzug nach Bulgarien erhofft sich die Sportlerin nun eine baldige Rückkehr auf die internationale Bühne. Sie hat diesen Schritt bewusst gewählt, um ihren Traum von einer weiteren Olympiateilnahme nicht aufgeben zu müssen.
