Candida auris: Gefährlicher Hefepilz breitet sich in EU-Kliniken aus

In europäischen Krankenhäusern breitet sich ein gefährlicher Hefepilz namens Candida auris zunehmend aus, weshalb Gesundheitsexperten alarmiert sind. Dieser Erreger stellt vor allem für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem eine ernsthafte Bedrohung dar. Eine Infektion kann schwere gesundheitliche Folgen haben und sogar tödlich enden, daher ist schnelles Handeln entscheidend.

Der Pilz wurde erstmals 2009 in Japan nachgewiesen und hat sich seitdem weltweit verbreitet. Insbesondere in Südeuropa, zum Beispiel in Italien und Griechenland, steigen die Fallzahlen stark an. Allerdings werden auch in Deutschland und Österreich immer wieder Fälle registriert, was die Notwendigkeit für erhöhte Wachsamkeit unterstreicht.

So gefährlich ist der Hefepilz Candida auris

Die größte Gefahr von Candida auris liegt in seiner Widerstandsfähigkeit gegenüber gängigen Medikamenten. Viele Stämme des Pilzes sind multiresistent, was bedeutet, dass mehrere Arten von Antimykotika – also Medikamente gegen Pilzinfektionen – nicht mehr wirken. Dadurch wird die Behandlung einer Infektion erheblich erschwert und die Sterblichkeitsrate steigt.

Wenn der Pilz in den Blutkreislauf gelangt, kann er eine Sepsis verursachen, die umgangssprachlich auch als Blutvergiftung bekannt ist. Diese schwere Reaktion des Körpers auf eine Infektion kann lebensbedrohlich sein. Besonders gefährdet sind Patienten auf Intensivstationen, Menschen nach großen Operationen oder Personen, deren Immunsystem durch Krankheiten oder Medikamente geschwächt ist.

Übertragung und Ausbreitung in Kliniken

Die Übertragung des Erregers erfolgt hauptsächlich über Kontaktinfektionen, zum Beispiel durch kontaminierte Oberflächen oder medizinische Geräte. Candida auris ist äußerst widerstandsfähig und kann lange auf Türklinken, Kathetern oder Infusionsschläuchen überleben. Zudem kann er auch direkt von Mensch zu Mensch weitergegeben werden.

Gesundheitsbehörden betonen, dass strenge Hygienemaßnahmen entscheidend sind, um die Ausbreitung einzudämmen. Dazu gehören eine gründliche Hände- und Flächendesinfektion sowie die Isolierung von infizierten Patienten. Da der Pilz oft schwer zu identifizieren ist, braucht es außerdem spezielle Labortests für einen sicheren Nachweis.

Warum der Klimawandel die Verbreitung fördern könnte

Wissenschaftler vermuten, dass der Klimawandel die Anpassung des Pilzes an höhere Temperaturen begünstigt hat. Während viele Pilze bei der menschlichen Körpertemperatur von etwa 37 °C nicht überleben können, scheint Candida auris diese Fähigkeit entwickelt zu haben. Diese Anpassungsfähigkeit könnte seine zunehmende Verbreitung erklären.

Die globale Erwärmung schafft somit möglicherweise neue Nischen für Krankheitserreger, die zuvor für den Menschen ungefährlich waren. Aus diesem Grund ist eine konsequente Überwachung neuer Infektionskrankheiten von großer Bedeutung, um frühzeitig auf Ausbrüche reagieren zu können und die öffentliche Gesundheit zu schützen.