Mercedes-AMG C63: Hohe Leistung sorgt für drohenden Verkaufsstopp

Einem leistungsstarken Modell von Mercedes-AMG droht in Deutschland möglicherweise ein Verkaufsstopp. Der Grund dafür ist eine EU-Regelung, die sich auf die Typgenehmigung von Fahrzeugen bezieht, obwohl das betreffende Auto die Abgasnormen erfüllt. Es geht um den Mercedes-AMG C63 S E Performance, dessen hohe Leistung zu Problemen bei der Zulassung führen könnte.

Die Hintergründe des drohenden Verkaufsstopps

Das Problem liegt in einer spezifischen EU-Vorschrift für die sogenannte Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen. Diese Genehmigung ist die Voraussetzung dafür, dass ein Automodell in der EU überhaupt verkauft werden darf. Ein entscheidender Faktor bei dieser Prüfung ist die Motorleistung, die in offiziellen Dokumenten eingetragen wird.

Im Fall des Mercedes-AMG C63 S E Performance übersteigt die tatsächliche Systemleistung den Wert, der für die Homologation, also die Zulassung des Fahrzeugtyps, gemeldet wurde. Während das Fahrzeug mit einer offiziellen Leistung von 476 PS (350 kW) genehmigt wurde, kann der Plug-in-Hybridantrieb kurzzeitig eine Spitzenleistung von bis zu 680 PS (500 kW) erreichen. Diese Diskrepanz zwischen der genehmigten Dauerleistung und der möglichen Spitzenleistung ist der Kern des Problems.

Warum die hohe Leistung zur Herausforderung wird

Die EU-Regularien sehen strenge Grenzen vor, wie stark die reale Leistung von der für die Typgenehmigung angegebenen abweichen darf. Eine Überschreitung von mehr als fünf Prozent kann dazu führen, dass die Zulassung als ungültig betrachtet wird. Dadurch könnte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) als zuständige deutsche Behörde einen Zulassungsstopp für Neufahrzeuge verhängen.

Mercedes-AMG hat bereits reagiert und die Auslieferung des Modells vorläufig gestoppt, um die Situation zu klären. Das Unternehmen befindet sich dazu in Gesprächen mit den Behörden. Es geht darum zu klären, ob die kurzzeitig verfügbare Zusatzleistung des Elektromotors bei der ursprünglichen Genehmigung hätte berücksichtigt werden müssen.

Mögliche Lösungen und Auswirkungen für Kunden

Es gibt verschiedene Wege, wie der Hersteller das Problem lösen könnte. Eine Möglichkeit wäre, die Fahrzeugpapiere anzupassen und die höhere Systemleistung offiziell eintragen zu lassen. Allerdings könnte dies eine neue, aufwendige Typenprüfung erforderlich machen.

Eine andere Option wäre ein Software-Update, das die maximale Leistung des Fahrzeugs auf den genehmigten Wert begrenzt. Dies würde die Leistungsspitze kappen, allerdings auch das Fahrerlebnis für die Kunden verändern. Für Besitzer, die ihr Fahrzeug bereits erhalten haben, könnte ein Rückruf notwendig werden, während Neukunden mit Verzögerungen bei der Auslieferung rechnen müssen.