Einige dieser Systeme greifen stark in das Fahrgeschehen ein oder erzeugen eine Flut an Warnsignalen. Dadurch fühlen sich Fahrer oft bevormundet oder werden durch ständige Pieptöne und Alarme abgelenkt. Die eigentliche Absicht, die Fahrsicherheit zu erhöhen, kann somit ins Gegenteil verkehrt werden.
Diese Assistenzsysteme nerven besonders oft
Viele Autofahrer fühlen sich von Systemen gestört, die kontinuierlich Signale aussenden. Dazu gehört zum Beispiel die Verkehrszeichenerkennung, die den Fahrer bei jeder Geschwindigkeitsüberschreitung mit einem Piepton warnt. Während dies grundsätzlich die Sicherheit fördern soll, kann das ständige Warnsignal auf Dauer die Konzentration beeinträchtigen, besonders wenn es schon bei minimalen Abweichungen auslöst.
Auch der Spurhalteassistent gehört zu den Funktionen, die häufig für Unmut sorgen. Dieses System soll verhindern, dass das Fahrzeug unbeabsichtigt die Fahrspur verlässt, indem es aktiv gegenlenkt. In Baustellenbereichen oder auf engen Straßen, wo ein präzises Manövrieren notwendig ist, empfinden viele die automatischen Lenkeingriffe jedoch als störend und unpassend.
Ein weiteres Ärgernis stellt für viele die Müdigkeitserkennung dar. Sie analysiert das Lenkverhalten und schlägt bei Anzeichen von Unaufmerksamkeit eine Pause vor. Allerdings kann das System harmlose Aktionen, wie das Bedienen des Infotainmentsystems, fälschlicherweise als Müdigkeit interpretieren und eine unnötige Warnung ausgeben.
Warum gut gemeinte Technik oft zum Problem wird
Die Ursache für den Frust liegt häufig in der überempfindlichen Einstellung der Systeme. Nervige Auto-Features entstehen, weil die Sensoren und die Software sehr vorsichtig kalibriert sind, um alle potenziellen Gefahren zu erkennen. Dadurch reagieren sie oft auch in Situationen, die der Fahrer selbst als unkritisch einschätzt.
Ein Beispiel hierfür ist der automatische Notbremsassistent. Er ist darauf ausgelegt, eine Kollision zu verhindern oder deren Schwere zu mindern. Löst das System jedoch fälschlicherweise aus, etwa in engen Parkhäusern oder bei unklaren Verkehrssituationen, führt dies zu abrupten Bremsmanövern, die den Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer erschrecken können.
Außerdem tragen komplizierte Bediensysteme zur Verärgerung bei. Wenn wichtige Funktionen wie die Klimaregelung oder die Sitzheizung ausschließlich über einen Touchscreen gesteuert werden, lenkt dies vom Verkehrsgeschehen ab. Die Suche in Untermenüs dauert länger und ist weniger intuitiv als die Bedienung klassischer Knöpfe und Regler.
Tipps für den Umgang mit störenden Systemen
Fahrer sind den Assistenzsystemen nicht hilflos ausgeliefert. Viele der als störend empfundenen Funktionen lassen sich in den Fahrzeugeinstellungen anpassen oder sogar temporär deaktivieren. Es lohnt sich daher, sich mit dem Bordmenü des eigenen Autos vertraut zu machen.
Allerdings gibt es eine wichtige Einschränkung: Seit 2024 sind bestimmte Assistenten wie der intelligente Geschwindigkeitsassistent (ISA) für Neuwagen in der EU vorgeschrieben. Diese Systeme aktivieren sich bei jedem Neustart des Fahrzeugs automatisch wieder. Eine dauerhafte Deaktivierung ist daher oft nicht mehr möglich, was den Umgang mit den unliebsamen Helfern zu einer wiederkehrenden Aufgabe macht.
