Die Kosten für einen Platz im Pflegeheim stellen für viele Betroffene und ihre Familien eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Die private Zuzahlung für Pflegeheimkosten unterscheidet sich innerhalb Deutschlands jedoch massiv. Eine aktuelle Studie zeigt, dass der Wohnort entscheidend dafür ist, wie tief Pflegebedürftige in die eigene Tasche greifen müssen, denn die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind enorm.
Während die Pflegeversicherung einen Teil der anfallenden Kosten übernimmt, müssen Heimbewohner einen sogenannten einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (EEE) selbst tragen. Dieser Anteil deckt die reinen Pflege- und Betreuungskosten. Zusätzlich fallen außerdem Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen an, die ebenfalls privat zu zahlen sind.
Regionale Unterschiede bei der Zuzahlung für Pflegeheimkosten
Die Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) verdeutlicht die großen regionalen Preisspannen. So zahlen Pflegebedürftige in Baden-Württemberg im ersten Jahr ihres Heimaufenthalts durchschnittlich am meisten, während die Belastung in Sachsen-Anhalt am geringsten ausfällt. Konkret bedeutet das einen Unterschied von über 1.200 € pro Monat zwischen dem teuersten und dem günstigsten Bundesland.
Auch innerhalb der Bundesländer gibt es erhebliche Schwankungen. Ländliche Regionen sind oft günstiger als städtische Gebiete, was vor allem an den niedrigeren Personal- und Lebenshaltungskosten liegt. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise ist die Zuzahlung in der Städteregion Aachen deutlich höher als im Kreis Höxter.
Gründe für die Preisunterschiede
Die Hauptursachen für diese Kostenunterschiede sind vielfältig. Ein wesentlicher Faktor sind die Personalkosten, die den größten Teil der Pflegekosten ausmachen. In Regionen mit einem höheren Lohnniveau und Tarifverträgen sind die Heimplätze dementsprechend teurer.
Darüber hinaus spielen die Kosten für Mieten und Immobilien eine entscheidende Rolle, denn sie beeinflussen die Höhe der Investitionskosten, die auf die Bewohner umgelegt werden. Auch die unterschiedlichen Pflegesätze, die zwischen den Pflegekassen und den Heimen in den jeweiligen Regionen verhandelt werden, tragen zu der Preisdifferenz bei.
Entlastung durch Zuschüsse zur Pflege
Um die finanzielle Belastung abzumildern, zahlt die Pflegekasse Zuschüsse auf den Eigenanteil der reinen Pflegekosten. Die Höhe dieser Zuschüsse steigt mit der Dauer des Heimaufenthalts. Im ersten Jahr gibt es einen Zuschuss von 15 Prozent, während dieser nach drei Jahren im Heim auf 75 Prozent anwächst.
Dieser Zuschuss reduziert zwar die Belastung spürbar, allerdings bezieht er sich nicht auf die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen. Daher verbleibt selbst nach mehreren Jahren noch ein signifikanter Eigenanteil, den die Pflegebedürftigen selbst finanzieren müssen. Sollten das eigene Einkommen und Vermögen dafür nicht ausreichen, kann Sozialhilfe in Form von „Hilfe zur Pflege“ beantragt werden.
