Die Gewerkschaften Verdi und der Beamtenbund dbb haben ihre Forderungen für die kommende Tarifrunde im Öffentlichen Dienst der Länder vorgestellt. Sie fordern eine deutliche Gehaltserhöhung für die rund 1,1 Millionen Beschäftigten. Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) beginnen Anfang November und versprechen, anspruchsvoll zu werden.
Die Kernforderungen der Gewerkschaften
Im Mittelpunkt der Forderungen steht eine lineare Gehaltserhöhung von sieben Prozent. Allerdings soll die Vergütung monatlich um mindestens 240 Euro steigen. Dadurch würden vor allem die unteren Einkommensgruppen überproportional profitieren. Für Auszubildende und Praktikanten fordern die Gewerkschaften eine Erhöhung der Bezüge um 120 Euro.
Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll zudem auf zwölf Monate begrenzt sein. Diese kurze Laufzeit ermöglicht es, schneller auf wirtschaftliche Entwicklungen wie die Inflation reagieren zu können. Die Gewerkschaften betonen, dass diese Forderungen notwendig und fair seien.
Warum eine deutliche Lohnerhöhung gefordert wird
Als Hauptgrund für die hohen Forderungen nennen die Gewerkschaften die stark gestiegenen Verbraucherpreise der letzten Jahre. Diese haben zu einem erheblichen Reallohnverlust bei den Beschäftigten geführt, denn die bisherigen Gehaltsanpassungen konnten die Inflation nicht ausgleichen. Ein spürbares Lohnplus sei daher dringend erforderlich, um die Kaufkraft der Angestellten zu sichern.
Außerdem steht der öffentliche Dienst im Wettbewerb um Fachkräfte. Um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben und qualifiziertes Personal gewinnen zu können, müssen die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung stimmen. Eine faire Bezahlung ist somit auch eine Investition in die Funktionsfähigkeit des Staates.
Wer von der Tarifrunde Öffentlicher Dienst Länder betroffen ist
Die Verhandlungen betreffen direkt die Tarifbeschäftigten der Bundesländer, mit Ausnahme von Hessen, das einen eigenen Tarifvertrag hat. Das Ergebnis hat jedoch eine weitaus größere Reichweite. In der Regel wird der Tarifabschluss auf die rund 1,4 Millionen Beamtinnen und Beamten sowie Pensionäre der entsprechenden Länder übertragen.
Insgesamt hängen die Einkommen von circa 2,5 Millionen Menschen vom Ausgang dieser Tarifrunde ab. Die Verhandlungen haben deshalb eine große wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung. Der Start der Gespräche ist für den 6. November in Berlin angesetzt, während weitere Runden für Ende November und Anfang Dezember geplant sind.
