US Krankenversicherung: Das System, Kosten und wichtige Tipps

Das System der Krankenversicherung in den USA ist komplex und unterscheidet sich grundlegend von den meisten europäischen Modellen. Während viele Amerikaner über ihren Arbeitgeber versichert sind, gibt es staatliche Programme für bestimmte Bevölkerungsgruppen und private Optionen für Einzelpersonen. Dieses Nebeneinander verschiedener Systeme schafft ein vielschichtiges Versorgungsnetz, das jedoch nicht alle Bürgerinnen und Bürger lückenlos abdeckt.

So funktioniert das System der Krankenversicherung in den USA

Ein Großteil der US-Bevölkerung erhält seine Krankenversicherung über den Arbeitsplatz. Dabei übernehmen die Unternehmen oft einen erheblichen Teil der Versicherungsbeiträge, während die Arbeitnehmer den Rest zahlen. Diese Art der Absicherung ist weit verbreitet, allerdings ist der Versicherungsschutz direkt an das Arbeitsverhältnis gekoppelt.

Neben der arbeitgeberbasierten Versicherung gibt es wichtige staatliche Programme. Medicare ist die öffentliche Krankenversicherung für Menschen ab 65 Jahren und für jüngere Personen mit bestimmten Behinderungen. Im Gegensatz dazu richtet sich Medicaid an Bürger mit sehr geringem Einkommen. Die Kriterien für den Erhalt von Medicaid können sich von Bundesstaat zu Bundesstaat unterscheiden.

Der sogenannte Affordable Care Act (ACA), oft auch als „Obamacare“ bezeichnet, hat das System reformiert. Ein zentrales Element ist die Einführung einer Versicherungspflicht für die meisten Bürger. Dadurch sollte die Zahl der Unversicherten gesenkt werden. Außerdem schuf der ACA Online-Marktplätze, auf denen Einzelpersonen subventionierte private Krankenversicherungen abschließen können.

Die zentralen Unterschiede und Herausforderungen

Das US-System basiert stark auf privater Initiative und dem Markt, weshalb es eine große Auswahl an Tarifen und Anbietern gibt. Allerdings sind die Kosten für die Gesundheitsversorgung in den USA extrem hoch. Selbst mit Versicherungsschutz müssen Patienten oft hohe Zuzahlungen oder Selbstbehalte leisten, bevor die Versicherung die Kosten übernimmt.

Ein weiteres Merkmal sind die sogenannten „Gesundheitssparpläne“ (Health Savings Accounts). Hier können Versicherte steuerfrei Geld für zukünftige medizinische Ausgaben ansparen. Dieses Geld kann dann für Arztbesuche, Medikamente oder andere anerkannte Gesundheitsleistungen verwendet werden und bietet dadurch eine gewisse finanzielle Flexibilität.

Trotz der Reformen durch den ACA bleiben Millionen von Menschen ohne ausreichenden Versicherungsschutz. Besonders betroffen sind Geringverdiener in Bundesstaaten, die das Medicaid-Programm nicht ausgeweitet haben, oder Personen, die sich die privaten Tarife trotz Subventionen nicht leisten können. Die politische Debatte über die Zukunft des Systems ist daher ein ständiger Begleiter in der US-Politik.

Was bei der Wahl der Versicherung zu beachten ist

Für Menschen, die in den USA leben oder dorthin ziehen, ist die Wahl der richtigen Krankenversicherung entscheidend. Zuerst sollte man prüfen, ob eine Versicherung über den Arbeitgeber möglich ist, denn dies ist oft die günstigste Option. Falls nicht, sind die staatlichen Online-Marktplätze des ACA eine wichtige Anlaufstelle.

Beim Vergleich von Tarifen sollte man nicht nur auf die monatliche Prämie achten. Ebenso wichtig sind die Höhe des Selbstbehalts (Deductible), also der Betrag, den man pro Jahr selbst zahlen muss, und die Zuzahlungen (Copayments) für Arztbesuche oder Medikamente. Ein günstiger Tarif mit hohem Selbstbehalt kann im Krankheitsfall schnell teuer werden.