Die Diskussion entzündete sich an der Frage, ob der Ball beim Anstoß zwingend nach vorne gespielt werden muss. Während internationale Regeln dies seit 2016 nicht mehr vorschreiben, ist es in den unteren englischen Ligen oft noch üblich. Dadurch entsteht bei vielen Zuschauern der Eindruck, ein Anstoß nach hinten sei grundsätzlich nicht erlaubt.
Diese Verwirrung führte dazu, dass sich nach dem deutschen Blitztor viele englische Fans in den sozialen Medien äußerten. Sie glaubten fälschlicherweise, der Treffer hätte aufgrund eines Regelverstoßes nicht anerkannt werden dürfen. Allerdings klärten Schiedsrichter-Experten die Situation schnell auf.
Unterschiedliche Regeln im englischen Fußball
Der zentrale Punkt der Debatte sind die unterschiedlichen Regelwerke im englischen Fußball. Während die Premier League sich an die internationalen Vorgaben hält, bei denen der Ball in jede Richtung gespielt werden darf, haben Verbände unterer Ligen teils noch die alte Regel beibehalten. Dort muss der Ball die Mittellinie nach vorne überqueren.
Diese Abweichung sorgt regelmäßig für Unsicherheit bei Spielern, Trainern und Zuschauern. Der ehemalige Schiedsrichter Mark Clattenburg bestätigte, dass der Anstoßtrick des DFB-Teams in der Premier League vollkommen regelkonform gewesen wäre. Er wies jedoch darauf hin, dass die alten Regeln im Amateur- und Jugendfußball oft noch verankert sind.
Dadurch entsteht ein merkwürdiges Szenario: Ein Spielzug, der in der höchsten Spielklasse legal ist, könnte in einer niedrigeren Liga als Fehler gewertet werden. Diese Inkonsistenz im Regelwerk ist der Hauptgrund für die andauernde Diskussion auf der Insel.
Die Sicht der Experten zum Wirtz-Tor
Führende Schiedsrichter-Experten in England brachten schnell Klarheit in die Angelegenheit. Sie betonten, dass auf internationaler Ebene und in den Top-Ligen wie der Premier League und der Bundesliga der Ball vom Anstoßpunkt aus in jede beliebige Richtung gespielt werden darf. Der Treffer von Florian Wirtz war also vollkommen gültig.
Einige Kommentatoren nutzten die Gelegenheit, um eine Vereinheitlichung der Regeln im gesamten englischen Fußballsystem zu fordern. Die aktuelle Situation sei nicht nur verwirrend, sondern könne auch die Entwicklung von Spielern und die taktische Ausbildung beeinträchtigen. Schließlich werden junge Talente mit Regeln konfrontiert, die im Profifußball keine Gültigkeit mehr haben.
Die Debatte zeigt also, wie ein einziger genialer Moment nicht nur ein Spiel entscheiden, sondern auch tiefere strukturelle Fragen im Fußball aufwerfen kann. Während sich Deutschland über den gelungenen Start in das EM-Jahr freut, diskutiert England über die Grundlagen seines eigenen Regelwerks.
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