WLAN 6 GHz Deutschland: So bremst die EU Ihr schnelles Internet

Die Europäische Union hat eine Entscheidung getroffen, die das WLAN in deutschen Haushalten künftig beeinflussen wird. Es geht dabei um die Nutzung des 6-Gigahertz-Bandes, einem Frequenzbereich, der für deutlich schnellere und stabilere Internetverbindungen sorgen kann. Allerdings wird dieser Bereich nicht vollständig für die private Nutzung freigegeben, was für viele Nutzer Nachteile mit sich bringen könnte.

Diese Entscheidung ist besonders relevant, da das neue WLAN 6 GHz Band Deutschland und ganz Europa betrifft. Moderne Router, die den Standard Wi-Fi 6E oder das zukünftige Wi-Fi 7 nutzen, benötigen diesen Frequenzbereich, um ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Während die EU einen Teil des Bandes für WLAN freigibt, bleibt der obere Bereich für andere Zwecke reserviert.

So funktioniert die Frequenzaufteilung

Das 6-GHz-Band ist ein breiter Frequenzbereich, der sich von 5.925 bis 7.125 Megahertz erstreckt. Die EU hat entschieden, nur den unteren Teil, nämlich die Frequenzen von 5.945 bis 6.425 MHz, für die WLAN-Nutzung zur Verfügung zu stellen. Der obere Bereich, also die Frequenzen oberhalb von 6.425 MHz, wird hingegen für Mobilfunkanbieter und andere kommerzielle Dienste reserviert.

Diese Aufteilung hat zur Folge, dass für Wi-Fi 6E und Wi-Fi 7 weniger Frequenzspektrum zur Verfügung steht als technisch möglich wäre. Dadurch können die neuen WLAN-Standards ihre maximale Geschwindigkeit und Kapazität nicht erreichen. In anderen Regionen der Welt, wie beispielsweise den USA, wurde das gesamte 6-GHz-Band für die WLAN-Nutzung freigegeben, weshalb Nutzer dort von einer besseren Leistung profitieren.

Warum die Entscheidung das WLAN ausbremst

Die Begrenzung des Frequenzbandes führt direkt zu einer geringeren Leistungsfähigkeit des Heimnetzwerks. Die neuen WLAN-Standards sind darauf ausgelegt, sehr breite Datenkanäle zu nutzen, die im begrenzten Frequenzbereich kaum Platz finden. Statt breiter Kanäle mit 320 MHz, die Wi-Fi 7 eigentlich ermöglicht, können in Europa voraussichtlich nur Kanäle mit 160 MHz genutzt werden.

Das bedeutet praktisch eine Halbierung der potenziellen Geschwindigkeit. Während in der Theorie extrem hohe Datenraten möglich wären, wird die reale Leistung in deutschen Haushalten deutlich darunter liegen. Außerdem führt ein begrenzter Frequenzbereich dazu, dass sich weniger Geräte störungsfrei im selben Netzwerk betreiben lassen, denn die Kanäle können sich leichter gegenseitig überlagern.

Tipps für den Kauf eines neuen Routers

Trotz der Einschränkungen kann sich der Kauf eines Routers mit Wi-Fi 6E oder Wi-Fi 7 lohnen. Diese Geräte bieten auch im begrenzten Frequenzbereich eine bessere Leistung als ältere Modelle. Allerdings sollten Verbraucher genau auf die technischen Daten achten und sich bewusst sein, dass die beworbenen Höchstgeschwindigkeiten in Europa nicht erreicht werden.

Bevor Sie sich für ein neues Gerät entscheiden, prüfen Sie die Kompatibilität Ihrer Endgeräte wie Laptops oder Smartphones. Nur wenn auch diese den neuen Standard unterstützen, profitieren Sie von den Vorteilen. Zudem ist es ratsam, auf zukünftige Entwicklungen zu achten, da die Diskussion um die Frequenzvergabe noch nicht vollständig abgeschlossen ist.